"Der Plan ist noch schlechter"

15. März 2007, 16:16
83 Postings

Kosovo-Plan: Belgrad gegen Letztfassung

Der nach den Einwänden beider Seiten nochmals überarbeitete Kosovo-Plan von UN-Chefverhandler Martti Ahtisaari, der am Mittwoch Belgrad und Prishtina übergeben wurde, stieß in Serbien auf allgemeine Ablehnung. "Der Plan ist noch schlechter", lautete die Schlagzeile in der Tageszeitung Vecernje novosti. Über 200 serbische Änderungswünsche am ersten Vorschlag seien völlig ignoriert, einige albanische Wünsche dagegen akzeptiert worden.

Die Änderungen seien nur "Schminke", erklärte Andreja Mladenovic, Sprecher von Premier Vojislav Kostunica. Der Plan sei nach wie vor eine widerrechtliche Basis für die staatliche Souveränität der südserbischen Provinz und stimme völlig mit den Wünschen "albanischer Separatisten" überein. Der serbische Delegationschef Slobodan Samardzic bezeichnete den Plan als "belanglos" und inakzeptabel.

In Prishtina hatte man dagegen keine Einwände. In Ahtisaaris endgültigem Dokument gebe es keine substanziellen Änderungen, stellte der Präsident des Kosovo Fatmir Sejdiu, zufrieden fest. Auch Premier Agim Ceku, und Oppositionsführer Hashim Thaci äußerten sich positiv über den Plan, der eine von der internationalen Gemeinschaft kontrollierte Unabhängigkeit des Kosovo vorsieht. Das geplante Gipfeltreffen am Samstag in Wien betrachtet man in Prishtina als eine Formalität und die "vorletzte" Hürde auf dem Weg zur Unabhängigkeit. (Andrej Ivanji aus Belgrad/DER STANDARD, Printausgabe, 9.3.2007)

Share if you care.