Edle Fundstücke

7. März 2007, 18:55
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Auktionen im Dorotheum und "im Kinsky"

Wien - Fundstücke aus aristokratischen Haushalten kamen im Dorotheum schon immer zur Auktion, allerdings im Angebot verschiedener Sparten verborgen.

Erstmals widmet man diesem Bereich am 1. März eine eigene Versteigerung. 86 Prozent des rund 280 Objekte umfassenden Angebotes wechselten dann auch tatsächlich den Besitzer und bescherten ein Gebotstotal an 615.000 Euro (Brutto 750.000).

Den höchsten Zuschlag erteilte man einem hartnäckigen russischen Sammler, der sich erst bei 36.000 Euro für eine komplette Wandvertäfelung aus Zirbenholz aus dem Audienz-Saal im Palazzo Lodron in Trient, datiert um 1860/65, durchsetzen konnte.

Nach Deutschland wechselte ein um 1830 in Frankreich ausgeführtes Paar prachtvoller Alabastervasen aus dem Besitz der Grafen von Purtalès, die entgegen den erwarteten 1600-1800 Euro stolze 15.000 erzielten. Ähnlich erfolgreich wusste sich eine ehemals dem Hausrat des Grafen Althann zugehörige Vestalin in Szene zu setzen, die mit der in einer Vase verborgenen Uhr bis zu 12.000 Euro (1500-2000) motivierte.

Am 7. März brachte nun Otto-Hans Ressler eine der längsten Auktionssitzungen in der Geschichte des Hauses hinter sich. Nach 6,5 Stunden bilanzierte die 62. Kunstauktion "im Kinsky" bei knapp 849.000 Euro bzw. brutto etwas mehr als einer Million Euro, die über den Rufpreis deklarierten Mindesterwartungen hatten sich auf 500.000 Euro belaufen.

89 Prozent der 590 aus der Sammlung Wedermann stammenden Objekte wechselten den Besitzer. Die höchsten Zuschläge der Sitzung lieferte die Sektion Gemälde: darunter zwei Venedig-Aquarelle von Rudolf von Alt, die von jeweils 15.000 auf 38.000 bzw. 35.000 Euro gesteigert wurden.

Aber auch die Fayencen zeigten eine stattliche, teilweise deutlich über den Erwartungen liegende Vorstellung. So bezahlte ein Sammler für den Birnkrug mit der Darstellung der Heiligen Jakobus und Barbara von Gottfried Stauber 17.000 Euro bei einem Rufpreis von 7000 Euro. (kron / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.3.2007)

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