Im Porträt: Sektionschefin Edith Goldeband

13. März 2007, 15:37
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Die 46-Jährige ist seit dem Vorjahr die erste Sektionschefin in der 246-jährigen Geschichte des Österreichischen Rechnungshofes

Ein Foto auf Seite 18 im aktuellen Rechnungshofbericht: Zu sehen ist Edith Goldeband als einzige Frau im Kreis männlicher Arbeitskollegen. Und das ist kein seltener Anblick. Denn die 46-Jährige werkte bereits für die staatlichen Bilanzprüfer, als deren Frauenanteil von den heutigen 40 Prozent noch weit entfernt - und Goldebands bis heute erhaltene Jugendlichkeit folglich auch noch in Zahlen dokumentiert war.

26 Jahre alt war Goldeband bei ihrem Eintritt in den Rechnungshof. Heute, 20 Jahre später, ist sie dessen erste Sektionschefin, zuständig für Verwaltung und Kommunikation. Es folgte Irene Homrighausen als zweite Frau an einer Sektionsspitze.

Goldebands Lebenslauf umfasst sechs eng bedruckte Seiten. Dessen Inhalt im Stakkato: AHS-Matura, HAK-Abiturientenlehrgang, Jusstudium, Praktikum im Verwaltungsgerichtshof und zahlreiche andere Aus- und Weiterbildungen. Den Weg in den Rechnungshof hat ihr dort übrigens eine Frau gewiesen

Es folgten vier Jahre im Prüfungsdienst und danach die Übernahme der Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Funktion musste Goldeband bereits drei (männliche) Präsidenten managen. "Tassilo Broesigke war ein Sir", weiß die Sektionschefin heute zu berichten, "aber er hat nicht mehr von mir erwartet, als dass ich die Leiterin des Sekretariates bin." Bei Franz Fiedler war das Aufgabenprofil schon ein anderes. Fiedler habe sie gefordert, berichtet Goldband.

Und der schätzt seine ehemalige Mitarbeiterin heute noch als "intelligente, vife und enorm fleißige Frau". Mit der es vor allem zur Zeit, als er Leiter des Verfassungskonvents und sie dessen Geschäftsführerin war, zu "sehr lautstarken Auseinandersetzungen" gekommen ist. Goldeband gehöre nämlich "zu jenen Beamten, die ihren Chefs die Wahrheit ungeschminkt ins Gesicht sagen".

Ja, am Anfang sei sie unterschätzt worden, sagt Goldeband. Sie führt das aber weniger auf ihr Geschlecht, als auf ihre damalige Jugend und Unerfahrenheit zurück. Damit ihr das später nicht mehr passiert, hat sie sich folglich ein Standbein im Prüfungsdienst bewahrt. Goldeband ist verheiratet und kinderlos. (Karin Moser/DER STANDARD, Printausgabe, 8.3.2007)

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