Kunstauktionen: Einstieg in den Primärmarkt

7. März 2007, 18:40
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In New York kam es erneut zu Rekordpreisen für Zeitgenossen, On Kawara spielte bei Christie's knapp zwei Millionen Dollar ein

Das Auktionshaus Christie's übernimmt auch die Galerie Haunch of Vanison.


New York - Was den einen seit mehr als 15 Jahren "Arcade", ist den anderen seit 2005 "First Open": Unter diesen beiden Termini lancieren Sotheby's in verschiedenen Kategorien und Christie's auf Contemporary Art spezialisiert in New York das mittlere Preissegment, in dem es noch Schnäppchen zu entdecken gibt.

Ende Februar verteilte man auf dem weltweit florierendsten Marktplatz - jüngste Analysen bescheinigen einen Marktanteil von 46 Prozent - den gelungenen Mix etablierter Größen und viel versprechender Newcomer. Sotheby's spielte hier am 26. Februar mit Contemporary Art 10,73 Millionen Dollar und anderntags mit Israeli and International Art 4,84 Millionen Dollar ein.

Den höchsten Zuschlag erteilte Sotheby's hier dem amerikanischen Handel für Andy Warhols Somebody Wants to Buy Your Apartment Building bei 964.000 Dollar.

Bei Kontrahent Christie's brachte Zeitgenössisches die Kassen zum Klingeln. Am 26. Februar verteilte man die Sammlung Pierre Hubers - designierter künstlerischer Leiter der ShContemporary - unters kauffreudige Publikum: 67 der 74 angebotenen Besitztümer fanden für das Total von 16,78 Millionen Dollar eine neue Heimstatt. Den höchsten Zuschlag der Sitzung bewilligte der asiatische Handel für eine Arbeit des japanischen Konzeptkünstlers On Kawara bei 1,94 Millionen Dollar - ein weiterer Künstlerweltrekord, an diesem Tag nicht der einzige. Auch für Paul McCarthy gab es einen solchen Eintrag, Bear and Rabbit on a Rock aus dem Jahr 1992 gefiel bis zu 1,49 Millionen Dollar.

Haunch of Vanison

Am 28. Februar standen im Rockefeller Center dann 285 Positionen der Kategorie "First Open: Post-War and Contemporary Art" auf der Tagesordnung. 249 Zuschläge später, darunter vier weitere Weltrekorde (u. a. Tom Wesselmann Steel Drawing / Nude & Mirror, 1988, 264.000 Dollar), notierte das verantwortliche Christie's-Department ein Umsatztotal von 11,48 Millionen..

Im Kampf um die Vormachtstellung auf dem Markt setzten Auktionshäuser zunehmend auch auf den Primärmarkt. Vor Kurzem gab Christie's die Übernahme der Galerie Haunch of Venison (zu Deutsch "Rehkeule") bekannt. Die vor fünf Jahren in London gegründete Galerie hält eine Dependance in Zürich sowie einen Ausstellungsraum in Berlin und zählt Künstler wie James Rosenquist, Bill Viola, Wim Wenders oder Richard Artschwager im Programm.

Bis Ende dieses Jahres wird auch eine Niederlassung in Manhattan eröffnen. Unabhängig vom Auktionsgeschäft, so ließ Christie's vermelden, liegt das Hauptaugenmerk hier auf den nicht minder lukrativen Private Sales. Die Gründerväter Harry Blain und Graham Southern kümmern sich operativ, für die New Yorker Filiale nominierte man Barrett White, zuletzt Christie's-Direktor des Departments 20th Century Private Sales. (Olga Kronsteiner / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.3.2007)

  • Mix à la Pierre Huber: Franz West (Stühle) und On Kawara. (Serie rechts). Kawara spielte bei Christie's den Rekord von 1,94 Millionen Dollar ein.
    foto: pierre huber

    Mix à la Pierre Huber: Franz West (Stühle) und On Kawara. (Serie rechts). Kawara spielte bei Christie's den Rekord von 1,94 Millionen Dollar ein.

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