Privates WLAN-Netzwerk macht Mobilfunkern Konkurrenz

17. Juli 2007, 14:47
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Fon lässt private Benutzer Netzwerk aufbauen - Unterschiedliche Nutzerprofile ermöglichen auch Geldverdienen mit Internetzugang

Alle Funknetzwerke in Österreich sind seit der Übernahme von Metronet durch T-Mobile Austria fest in der Hand der Mobilfunkbetreiber. Alle Funknetzwerke? Nein! Eine kleine Schar von Unternehmen betreibt noch immer öffentliche WLAN-Netze in Österreich - darunter auch das internationale Unternehmen Fon, das mit seinem Community-Ansatz einen eigenwilligen Weg geht.

Zwischendurch

Möchte man mit seinem Laptop zwischendurch drahtlos ins Internet, so führt kaum ein Weg an den Angeboten der Mobilfunkbetreiber vorbei. Sowohl der Zugang über die bekannten GPRS- und UMTS-Karten, als auch die WLAN-Hotspots sind, seit dem Verkauf von Metronet an T-Mobile Austria Ende 2003, in Österreich fest in der Hand der Handynetzbetreiber.

Espana

"Fon" mit Sitz in Madrid und 2005 gegründet ist derzeit die bekannteste Alternative zu den WLAN-Angeboten der Mobilfunkbetreiber. Anstatt selber ein Netzwerk von Hotspots aufzubauen, überlässt das kommerzielle Unternehmen diese Aufgabe seinen Mitgliedern. Ein "Fonero", so nennen sich die Mitglieder der Fon-Community, stellt seinen Internetzugang über einen speziellen, mittlerweile kostenpflichtigen Fon-Router anderen Fon-Mitgliedern zu Verfügung.

Tageskarte

Ein "Alien" betreibt keinen eigenen Fon-Zugangspunkt sondern kauft so genannte "Tageskarten für den Zugang. Je nach Mitgliedsmodell wird der WLAN-Betreiber an den Fon-Umsätzen beteiligt. Als "Bill", angeblich eine Anspielung auf Microsoft Gründer Bill Gates, verdient man an den Tageskarten, die am eigenen Fon-Zugangspunkt verkauft werden. Für die Nutzung anderer Fon-Router muss man allerdings dann ebenfalls eine Nutzungsgebühr bezahlen.

Linus

Entscheidet man sich für das Mitgliedsmodell "Linus", benannt in Anlehnung an Linux-Erfinder Linus Torvalds, stellt man seinen WLAN-Zugang kostenlos zur Verfügung, kann dafür aber auch andere Fon-Zugänge kostenlos benutzen. An den Fon-Tageskarten verdient man so allerdings nichts.

Problematisch stellt sich noch die rechtliche Situation der Foneros dar. So untersagen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Internetdienstanbieter zumeist die gewerbliche zur Verfügungstellung des Internetzugangs (Modell "Bill").

Alternativen

Neben den Mobilfunkbetreibern und Fon gibt es aber in Österreich auch noch einige andere Anbieter von Funknetzwerken. So bietet etwa freewave eine Lösung für Gastronomiebetriebe an, mit deren Hilfe die Gäste kostenlos ins Internet kommen. Und vor allem in den Gebieten, in denen kabelgebundener Breitbandanschluss nicht angeboten werden, haben sich diverse Funknetzwerkbetreiber etabliert. (apa)

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