Fon lässt private Benutzer Netzwerk aufbauen - Unterschiedliche Nutzerprofile ermöglichen auch Geldverdienen mit Internetzugang
Alle Funknetzwerke in Österreich sind seit der
Übernahme von Metronet durch
T-Mobile Austria fest in der Hand der
Mobilfunkbetreiber. Alle Funknetzwerke? Nein! Eine kleine Schar von
Unternehmen betreibt noch immer öffentliche WLAN-Netze in Österreich
- darunter auch das internationale Unternehmen
Fon, das mit seinem
Community-Ansatz einen eigenwilligen Weg geht.
Zwischendurch
Möchte man mit seinem Laptop zwischendurch drahtlos ins Internet,
so führt kaum ein Weg an den Angeboten der Mobilfunkbetreiber vorbei.
Sowohl der Zugang über die bekannten GPRS- und UMTS-Karten, als auch
die WLAN-Hotspots sind, seit dem Verkauf von Metronet an T-Mobile
Austria Ende 2003, in Österreich fest in der Hand der
Handynetzbetreiber.
Espana
"Fon" mit Sitz in Madrid und 2005 gegründet ist derzeit die
bekannteste Alternative zu den WLAN-Angeboten der Mobilfunkbetreiber.
Anstatt selber ein Netzwerk von Hotspots aufzubauen, überlässt das
kommerzielle Unternehmen diese Aufgabe seinen Mitgliedern. Ein
"Fonero", so nennen sich die Mitglieder der Fon-Community, stellt
seinen Internetzugang über einen speziellen, mittlerweile
kostenpflichtigen Fon-Router anderen Fon-Mitgliedern zu Verfügung.
Tageskarte
Ein "Alien" betreibt keinen eigenen Fon-Zugangspunkt sondern kauft
so genannte "Tageskarten für den Zugang. Je nach Mitgliedsmodell wird
der WLAN-Betreiber an den Fon-Umsätzen beteiligt. Als "Bill",
angeblich eine Anspielung auf Microsoft Gründer Bill Gates, verdient
man an den Tageskarten, die am eigenen Fon-Zugangspunkt verkauft
werden. Für die Nutzung anderer Fon-Router muss man allerdings dann
ebenfalls eine Nutzungsgebühr bezahlen.
Linus
Entscheidet man sich für das Mitgliedsmodell "Linus", benannt in
Anlehnung an Linux-Erfinder Linus Torvalds, stellt man seinen
WLAN-Zugang kostenlos zur Verfügung, kann dafür aber auch andere
Fon-Zugänge kostenlos benutzen. An den Fon-Tageskarten verdient man
so allerdings nichts.
Problematisch stellt sich noch die rechtliche Situation der
Foneros dar. So untersagen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der
Internetdienstanbieter zumeist die gewerbliche zur Verfügungstellung
des Internetzugangs (Modell "Bill").
Alternativen
Neben den Mobilfunkbetreibern und Fon gibt es aber in Österreich
auch noch einige andere Anbieter von Funknetzwerken. So bietet etwa
freewave eine Lösung für Gastronomiebetriebe an, mit deren Hilfe die
Gäste kostenlos ins Internet kommen. Und vor allem in den Gebieten,
in denen kabelgebundener Breitbandanschluss nicht angeboten werden,
haben sich diverse Funknetzwerkbetreiber etabliert. (apa)