Wissen: Die Affäre "Plamegate"

12. März 2007, 11:07
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US-Botschafter Joseph Wilson war im Vorfeld des Irakkriegs von der Bush-Regierung damit beauftragt worden, in Niger Beweise dafür zu finden, dass Saddam Hussein versucht habe, dort Uranerz für Massenvernichtungswaffen zu erwerben, Wilsons Mission blieb erfolglos - doch als die amerikanische -Regierung weiter auf ihrer Behauptung beharrte, warf ihr Wilson im Sommer 2003 öffentlich vor, fragwürdige Geheimdienstinformationen zur Rechtfertigung des Irakkrieges zu verwenden, Nur eine Woche später wurde seine Frau, die Geheimagentin Valerie Plame, in einem Artikel des konservativen Journalisten Robert Novak enttarnt. Wilson behauptet, dies sei als Warnung für andere gedacht gewesen, die der Regierungspolitik widersprechen.

Libby wurde verurteilt, weil er in dem anschließenden Untersuchungsverfahren die Unwahrheit über seine Gespräche mit Reportern in dieser Angelegenheit gesagt hatte. Die Enttarnung eines Agenten oder einer Agentin wäre nach amerikanischem Recht ein Verbrechen, darüber wurde in dem Prozess gegen Libby aber nicht befunden. Das Ehepaar Wilson/Plame hat auch eine zivilrechtliche Klage gegen Libby eingebracht. (sdr/DER STANDARD, Printausgabe, 8.3.2007)

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