Die Nostalgie der K-Gruppen

9. März 2007, 18:01
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Burgenlands FPÖ steht nach dem Sonderparteitag vor der Spaltung

Eisenstadt – Ältere Semester kamen ins milde Lächeln: Ach, waren das noch Zeiten, damals in den Siebzigern, als munter eine K-Gruppe nach der anderen – Leninisten, Maoisten, Trotzkisten und so weiter – um die reine Lehre stritten und sich wacker gegenseitig ausschlossen. Genau diesen Eindruck nostalgischer Linksradikalität vermittelte der Sonderparteitag der burgenländischen FPÖ. Und dazu passte, dass nur wirkliche FP-Insider durchschauten, worum es ging.

Es ging um die Neuwahl eines Landeschefs. Der amtierende Johann Tschürtz und sein Herausforderer, Wolfgang Rauter, ritterten um Zustimmung. Tschürtz wurde von den Rauters Drüberfahren und Abgehobenheit vorgeworfen. Rauter von den Tschürtzen – darunter wortreich H.-C. Strache – Wankelmütigkeit und Rückwärtsgewandtheit. Rauter zog dann – aber erst, nachdem er seine Wahlrede gehalten hatte – zurück, der Parteitag löste sich freilich nicht in Wohlgefallen auf. Draußen sprachen viele unverblümt von Spaltung, Rauter hat „mit der FPÖ abgeschlossen”.

Strache gab sich darob durchaus zufrieden. „Wenn die eine neue Partei gründen, sehen die Wähler wenigstens, was von ihnen zu halten ist.”

Rauter hatte zuvor gewarnt: „Wer einen reinen Tisch haben will, wird einen reinen Tisch bekommen.” Er stünde für diesen Weg nicht zur Verfügung. Tschürtz sah sich und die Seinen schon vor Rauters Rede als „harten Kern”. Und der werde nun „weiter die Erfolgsleiter hinaufklettern”. So manche ältere Semester haben diesen Weg schon hinter sich. (Wolfgang Weisgram/DER STANDARD, Printausgabe, 8.3.2007)

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