Schimpansen: Der Wettkampf, der nie endet

12. März 2007, 12:10
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Weibchen synchronisieren ihren Zyklus nicht - die konkurrierenden Männchen werden dadurch dauerhaft auf Trab gehalten

Heidelberg - Während bei menschlichen Frauen medizinisch nachgewiesen wurde, dass sie ihren Zyklus unbewusst synchronisieren, wenn sie zum Beispiel in Wohngemeinschaft leben oder zusammen in einem Büro arbeiten, gibt es dieses Phänomen bei unseren nächsten Verwandten offenbar nicht. Und das hat auch auf das Verhalten der Männchen Auswirkungen.

"Unsere Resultate haben gezeigt, dass die weiblichen Schimpansen in Mahale ihren Zyklus nicht miteinander synchronisieren", berichten Forscher um Akiko Matsumoto-Oda von der Universität Okinawa im Journal "Behavioral Ecology and Sociobiology" (Bd. 61, S. 661). Die Wissenschafter hatten für ihre neun Jahre dauernde Untersuchung Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii) im Mahale Mountains National Park in Tansania beobachtet.

Demnach werden die Weibchen einer Gruppe nicht alle zur gleichen Zeit fruchtbar - und das hat einen verstärkten Wettbewerb unter den Männchen um das eine empfangsbereite oder die wenigen zur gleichen Zeit fruchtbaren Weibchen zur Folge. Durch diesen ständigen Wettkampf wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich nur die hochrangigen Männchen mit den wünschenswerten sozialen und körperlichen Merkmalen mit den fruchtbaren Weibchen paaren, berichten die Wissenschaftler. Zu schwachen, zu alten oder zu jungen Männchen bleibt der Erfolg auf diese Weise versagt. (APA/dpa/red)

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