Ute Vogt ist SPD-Spitzenkandidatin in Baden-Württemberg

23. Juli 2000, 22:17

Sie will Teufel den Kampf ansagen

Stuttgart - In einer Urwahl haben die SPD-Mitglieder am Sonntag in Baden-Württemberg ihre/n SpitzenkandidatIn für die Landtagswahl im März 2001 bestimmt. Rund 51.000 SPD-Mitglieder waren aufgerufen, sich zwischen der Landeschefin Ute Vogt (35) und dem Staatssekretär im Berliner Wirtschaftsministerium, Siegmar Mosdorf (48), zu entscheiden. Der SPD-Landesgeschäftsstelle in Stuttgart zufolge zeichnete sich am Abend ein deutlicher Trend für Vogt ab. Nach Auszählung von 770 der knapp eintausend Ortsvereine lag die Landeschefin mit 65,5 Prozent vor Mosdorf mit 34,5 Prozent.

An dem Trend werde sich wahrscheinlich nichts mehr ändern, hieß es aus der SPD-Landesgeschäftsstelle. Der/Die SiegerIn der Urwahl soll für die SPD als Spitzenkandidat gegen Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) antreten. Von 1991 bis 1994 war Vogt Landesvorsitzende der Jusos, kam 1994 in den Bundestag, wurde vor einem Jahr SPD-Landesvorsitzende und ist seit kurzem als erste Frau Vorsitzende des Innenausschusses des deutschen Bundestages.

Bildungspolitik im Vordergrund

Vogt führte ihren Erfolg auf die kontinuierliche Arbeit seit ihrem Amtsantritt vor gut einem Jahr als Landesvorsitzende zurück. Sie wertete den Ausgang der Urwahl als starke Mobilisierung für die SPD- Basis zur Landtagswahl. Die SPD-Spitzenkandidatin kündigte eine scharfe politische Auseinandersetzung mit Teufel an. Dabei werde die Bildungspolitik im Vordergrund stehen. Außerdem werde sie herausstreichen, wie der Regierungschef durch seine Weigerung einer Zusammenarbeit mit dem Bund dem Land schade.

Mosdorf sagte angesichts der Niederlage, er habe sich relativ spät dem Wettbewerb gestellt. Er betonte: "Wer nicht verlieren kann, kann auch nicht gewinnen." Vogt habe aber den Vorteil gehabt, in den Kreis- und Ortsverbänden schon sehr bekannt zu sein. Mit Blick auf die Landtagswahl sagte Mosdorf: "Die CDU muss sich warm anziehen."
(APA/AFP/dpa)

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