Entwicklungshilfe: "2003 hat mein Leben eine Wende genommen..."

23. März 2007, 12:41
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Vor vier Jahren wusste Eliza Njeri nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollte - Heute hat sie es durch ein ICEP-Programm geschafft

Eliza Njeri aus Kenia hat es durch ein Ausbildungsprogramm der österreichischen Entwicklungsorganisation ICEP – Institut zur Cooperation bei Entwicklungs-Projekten den Schritt zur Unternehmerin geschafft und unterstützt inzwischen andere Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Empowerment von Frauen erweist sich als ein Schlüssel zur nachhaltigen Bekämpfung von Armut.

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In der kleinen Schneiderei in Ngong, einem belebten Dorf 60 km westlich von Nairobi, wird fleißig gearbeitet. Die Mädchen hinter den Nähmaschinen werden hier zu Schneiderinnen ausgebildet – und sie wissen, dass diese Ausbildung die Voraussetzung für ein selbstständiges Leben sein wird, die Grundlage, um mit selbst verdientem Geld auf eigenen Beinen stehen zu können.

Die Frau, die all das ermöglicht, ist Eliza Njeri: eine außergewöhnliche Frau, die Außergewöhnliches leistet. In ihrem "Eliza Dressmaking & Tailoring Training Centre" bildet sie jährlich 20 Mädchen aus ärmsten Verhältnissen zu Schneiderinnen aus und ermöglicht ihnen so den Start in eine bessere Zukunft. Auch wenn sich ein Großteil der Mädchen die Kursgebühren kaum leisten kann, ist es Eliza ein großes Anliegen, in deren Ausbildung zu investieren. Denn sie weiß, wie wichtig diese vor allem für junge Frauen ist: Noch vor vier Jahren war Eliza in derselben auswegslosen Situation wie die Mädchen, die sie heute betreut.

Der Weg in die Selbstständigkeit war für Eliza die einzige Möglichkeit, nachdem sie 2002 ihre Arbeit in einer Fabrik verloren hatte und nicht mehr genug Geld verdiente, um sich und ihre beiden Kinder ernähren zu können. "Mein Leben hat 2003 eine Wende genommen, als ich das Grundkapital erhielt, um ein kleines Unternehmen zu gründen. Und natürlich auch das Know-how, denn Kapital alleine genügt nicht, um ein Unternehmen aufzubauen", beschreibt sie ihren Neubeginn.

Ausbildungsprogramm

2003 nahm Eliza an einem von ICEP initiierten Ausbildungsprogramm teil: Im Rahmen des Programms erhielt sie eine kaufmännische Ausbildung, sie konnte sich die Grundkenntnisse von unternehmerischem Know-how in den Bereichen Kostenrechnung, Buchhaltung und Marketing aneignen. Außerdem erhielt sie einen Mikrokredit von 70 Euro, womit sie eine Nähmaschine kaufen konnte – die Basis für ihr heutiges Unternehmen. Seit Eliza ihre eigene Schneiderei besitzt und ihr Wissen an andere Frauen weiter gibt, hat sich auch ihre gesellschaftliche Stellung innerhalb des Ortes als auch innerhalb ihres unmittelbaren Umfeldes verbessert. Jetzt möchte Eliza noch einen Schritt weiter gehen. Sie träumt von einer größeren Werkstatt, in der sie bis zu 100 Schülerinnen den Start in eine bessere Zukunft ermöglichen kann.

Leider gibt es viel zu wenige Erfolgsgeschichten wie jene von Eliza Njeri: Die Lebenswirklichkeit von Millionen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern ist durch Armut, gesellschaftliche Marginalisierung, geringe persönliche und wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten sowie starke Abhängigkeiten gekennzeichnet. Vielen Frauen wird das Mitspracherecht bei lebenswichtigen Entscheidungen wie medizinische Versorgung ihrer Kinder oder Geburtsvorsorge verwehrt, vor allem aber liegen ihre persönlichen Freiheiten in der Hand der Männer. Ein Großteil von ihnen hat keinen Zugang zu Bildung und Ausbildung: weltweit gibt es 800 Millionen Analphabeten, zwei Drittel davon sind Frauen.

Die Forderung nach verstärkter Bildung und Empowerment von Frauen ist daher so groß wie nie zuvor. Auch bei der Erreichung der im Jahr 2000 von der UNO festgelegten Millenniums-Entwicklungsziele spielt die Förderung von Frauen eine zentrale Rolle: Gleichberechtigung und gesellschaftliche Einbeziehung von Frauen sind der Schlüssel für eine weltweite Armutsbekämpfung.

ICEP empowert Frauen

Die Stärkung und Ausbildung von Frauen ist ein Schwerpunkt von ICEPs Projektarbeit in Entwicklungsländern. Den Frauen dort fehlt es weder an Fähigkeiten, noch an Talenten, Ideen oder Fleiß. Ganz im Gegenteil: Es mangelt oft an Selbstbewusstsein und an unternehmerischem Know-how, um aus dem eigenen Potential ein regelmäßiges und nachhaltiges Einkommen zu erzielen. Deshalb setzt ICEP auf der sozialen als auch auf der ökonomischen Ebene an: durch Bewusstseinsbildung, berufliche Ausbildung sowie Schulungen zu Ernährungs- und Gesundheitsthemen. Nur durch Bildung können sich Frauen aus ihrer Abhängigkeit befreien und ihr Potential richtig und gezielt einsetzen. Weitere Informationen finden Sie unter www.icep.at. (red)

  • Eliza Njeri ...
    foto. icep
    Eliza Njeri ...
  • ... präsentiert das Hinweisschild zu ihrer Werkstätte.
    foto. icep
    ... präsentiert das Hinweisschild zu ihrer Werkstätte.
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