Endokrinologen

7. März 2007, 15:10
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Deutsche und österreichische Endokrinologen tagen in Salzburg - Innsbrucker Gynäkologe präsentierte Möglichkeit einer Schwangerschaft trotz Chemotherapie

Salzburg - Im Salzburg Congress findet seit Mittwoch, das 51. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie gemeinsam mit der 12. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankung statt. Rund 800 Ärzte erörtern bei der Veranstaltung, die bis Samstag dauert, die neuesten Erkenntnisse über hormonelle Erkrankungen - wie Adipositas, Zuckerkrankheit, Osteoporose oder auch seltenere hormonell bedingte Störungen, wurde bei einem Pressegespräch mitgeteilt.

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"Kontroversen wie das Für und Wider der Hormonersatztherapien, Wirkmechanismen von Hormonen und neue Methoden der Stoffwechselerkrankungen sind ebenfalls Teil des Kongressprogramms", sagte Tagungspräsident Michael Buchfelder. Viele hormonell bedingte Krankheitsbilder seien und blieben interdisziplinäre Herausforderungen. Anhand von mehr als 400 Beiträgen sollen die ganze Breite und Tiefe der Hormonforschung sowie "neue Arten der Wirkung von Hormonen" aufgezeigt werden, stellte der Direktor der Neurochirurgischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg fest.

Schwanger trotz Chemotherapie

Eine Chemotherapie störe häufig die Funktion der Eierstöcke und könne sogar zur Unfruchtbarkeit führen. Möglichkeiten, trotz einer Chemotherapie Kinder zu bekommen, präsentierte der Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Sterilität Innsbruck, Ludwig Wildt. Durch die Chemotherapie würden bei vielen Frauen die Eierstöcke ihre Funktion verlieren - mit unterschiedlichem Schweregrad vom Ausbleiben der Regel bis zur Sterilität.

Zum Erhalt der Ovarialfunktion (Eierstöcke) würden sich zwei unterschiedliche Strategien anbieten: Die Unterdrückung der Eierstockfunktion während der Chemotherapie mit so genannten GnRH-Analoga, die zur Ruhigstellung der Eierstöcke führen. Oder die Entnahme von Ovarialgewebe vor der Chemotherapie, das in flüssigem Stickstoff gelagert wird und nach Abschluss der Chemotherapie retransplantiert werden kann, erläuterte Wildt.

Diese beiden Behandlungsmethoden werden an verschiedenen Zentren in Deutschland und an den Universitätskliniken Wien und Innsbruck angeboten. "Es konnte gezeigt werden, dass das retransplantierte Ovarialgewebe funktionsfähig ist. Weltweit hat diese Methode bisher zu drei Schwangerschaften mit der Geburt gesunder Kinder geführt." Das sei nicht viel, doch würde dieses Verfahren erst seit fünf bis zehn Jahren angeboten und sehr viele Frauen hätten noch nicht davon Gebrauch gemacht, betonte Wildt. (APA)

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