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Programm: Die zweite Runde

13. März 2007, 22:11
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Das Spiel mit dem grausamen Theater, den sexuellen Oobsessionen und dem Club als Kampfring

Der Bruch mit gesellschaftlichen Tabus, die Enthüllung von Machtstrukturen durch die Offenlegung von Informationsstrukturen sind Themen des "grausamen Theaters" der Industrial-Pioniere Throbbing Gristle, die nach 25-jähriger Studio-Abstinenz mit einer Vielzahl an künstlerischen Mitstreitern (wie zeitkratzer, KTL, Haswell & Hecker, Phill Niblock, Zeni Geva und die Boredoms) ein lautstarkes Manifest klanglichen Widerstandes in unsere Köpfe zu hämmern.

Die Verstrickung von medialen Bildern, Internet-Chatforen, sexuellen Kannibalismus-Obsessionen laden auch die hysterische (queere) Welt der Performance-Ikonoklasten Big Art Group bis an die Grenzen der Rezeptionsmöglichkeiten auf.

Die Parenthetical Girls erzählen von Familien-Strukturen und ihren (sexuellen) Repressionen und setzen zusammen mit den Pop-Dekonstruktivisten Deerhoof, dem genialen Pop-Experimentellen Patrick Wolf und den Queer-Elektro-Punk-Hoppern Kids On TV den Polit- und Sexgratwanderungen der Industrial-Legenden Kommentare einer jungen Generation entgegen.

Historische Bedeutungen und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart sind bei Jamie Lidells Klangarchitekturen zwischen Soul-Reanimation und experimenteller Elektronik, ebenso von Relevanz, wie bei dem fragilbrachialen Zusammentreffen von Sand mit Schnee oder dem Partyclash mit Tiefgang der Dance-Funk Legenden ESG und dem Band-Role-Model Gang Of Four.

In der von Peter Sloterdijks "Sphären-Trilogie" inspirierten Sphären Versammlung (eine "unwissenschaftliche" Geländeerkundung von Two Fish, plan b und ersatzverkehr/urban lies) werden wie in der skurrilen Revue "Europiraadid" von Showcase Beat Le Mot/Von Krahl Theater die Grenzen von Theater, Politik und Denkkunst auf anarchische Weise überschritten.

Der radikale Sado-Elektroniker Justice Yeldham eröffnet eine Reihe von Performances, die körperliche und auch schmerzhafte Komponenten beinhalten: God‘s Entertainment veranstalten einen Fight Club, der die Ebene des virtuellen Kampfes in eine reale ausarten lässt, die PainStation transformiert Duellierungs-Rituale in die zeitgenössische Form einer – durchaus bösen – Spielkonsole.

In Kooperation mit dem club transmediale Berlin verwandeln Taeji Sawai, Artificiel, Ray XXX und Bas van Koolwik & Gert-Jan Prins die Lounge in einen Raum interdisziplinärer Sound- & Mediaperformances zwischen Experiment und Club. eSeLs "Radio Eden" und die audiotaktile Installation "Pause" von Lynn Pook & Julien Clauss bleiben uns auch in dieser Woche dort erhalten... (Tomas Zierhofer-Kin)

  • God's Entertainment: Fight Club 3
    foto: donaufestival

    God's Entertainment: Fight Club 3

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