US-Armee beginnt Anhörungen

12. März 2007, 19:20
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Erster Schritt auf dem Weg zur Aburteilung der Gefangenen vor Tribunalen

Washington - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben am Freitag im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba die ersten Anhörungen des mutmaßlichen Planungschefs der Anschläge vom 11. September 2001 und 13 weiterer Verdächtiger begonnen. Nach Angaben eines Pentagonsprechers soll dabei ein Gremium aus drei US-Offizieren entscheiden, ob die Verdächtigen zu Recht als "feindliche Kämpfer" eingestuft und festgehalten werden.

Diese Entscheidung ist Voraussetzung für eine Anklage und eine Aburteilung vor einem Militärtribunal. Den Gefangenen steht bei der Anhörung kein Anwalt zur Seite. Das Pentagon kündigte an, Mitschriften der Vernehmungen zu veröffentlichen, in denen allerdings alle sicherheitsrelevanten Passagen geschwärzt würden.

Hauptverdächtiger ist der Pakistani Khalid Sheikh Mohammed, der für das Al-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden die Flugzeugattentate geplant haben soll. Auch der Jemenit Ramzi Binalshibh, mutmaßliches Mitglied der "Hamburger Zelle", soll angehört werden. Ein weiterer prominenter Verdächtiger ist der Indonesier Hambali, der als Chef der Islamistengruppe Jemaah Islamiyah die Bombenattentate auf der Ferieninsel Bali im Oktober 2002 mit mehr als 200 Toten verantwortet haben soll. Die 14 Verdächtigen waren im September nach Guantanamo Bay gebracht worden. Zuvor wurden sie an unbekanntem Ort in geheimen Gefangenenlagern des US-Geheimdiensts CIA gefangen gehalten. (APA)

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    Camp Delta in Guantanamo.

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