"Turn On" im RadioKulturhaus

7. März 2007, 14:18
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Architekturfestival am Freitag und Samstag - Ebendort: Neue Streitgespräch-Reihe zum Bereich Kultur

Wien - Das Festival "Turn On" gibt seit 2003 einen Überblick über die Vielfältigkeit der anspruchsvollen österreichischen Architekturszene. Bei der fünften Auflage, die am 9. und 10. März im Wiener RadioKulturhaus stattfindet, gibt es 15 bildreiche Vorträge zu Bauten, die in der letzten Zeit fertig gestellt wurden. Das Programm soll einerseits eine "Infotainment-Veranstaltung" sein und andererseits ein klares Statement zur aktuellen Architekturlandschaft geben.

Weites im ORF-RadioKulturhaus: Unter dem Titel "Kunst:Werte aktuell" startet eine neue Reihe kulturpolitischer Streitgespräche. Den Auftakt machen am 15. März (19.30 Uhr) die für Kunst und Kultur zuständige Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl. Unter der Leitung von Ö1-Redakteurin Dorothee Frank diskutieren sie im Großen Sendesaal. Die in Kooperation mit der Tageszeitung "Die Presse" veranstalteten "Kunst:Werte aktuell" sollten alternierend zur feuilletonistischen Reihe "Kunst:Werte" mit dem Chef der Bundestheater-Holding Georg Springer stattfinden. Angestrebt werde ein monatlicher Rhythmus, das sei aber noch ungewiss, hieß es auf Anfrage im ORF.

Tageslichtnutzung

Zu "Turn On": Die "bewusste, aber kritische Auswahl" der Gebäude soll die Vielfalt der österreichischen Architekturszene pointiert zeigen. Im Gegensatz zu früher gebe es kaum Beschränkungen, heißt es seitens der Veranstalter, der Architekturstiftung Österreich, die bunte Palette an Gebäuden belege auch, dass die architektonischen Haltungen im Osten und Westen des Landes stark differieren. Mit international kooperierenden Architekten und Gästen wie dem UNStudio aus Amsterdam möchte man auch über die Grenzen Österreichs schauen.

Der Auftakt am Freitag ist unter dem Titel "Turn On Partner" der Auseinandersetzung von Architekten mit Bauherren, Partnern, Unternehmen und Sponsoren gewidmet. Das Themenspektrum reicht dabei von der "Documentastadt Kassel zwischen Kunst und Kommerz" bis zu "Sonnenschutz und Tageslichtnutzung".

Am Samstag gibt es eine Vielzahl von Präsentationen. Der ersten Teil ist dem zentralen Thema "Wohnen" gewidmet, vom kleinen, individuell ausgearbeiteten Objekt bis hin zum geförderten und frei finanzierten Wohnbau. Unter anderem wird Hans Gangoly, dessen zentralen Themen Licht und Transparenz sind, das "Haus Schmuck" in Graz vorstellen. Bei diesem Gebäude nimmt man nicht nur das beleuchtet Badezimmer durch ein Fenster wahr, sondern auch seine filigranen Gegenstände, die den Raum strukturieren. Der in Belgrad geborene Boris Podrecca wird einen Überblick seiner zahlreiche Bauten geben, die er in Slowenien und Italien realisiert hat. Seine Architektur ist theoretisch fundiert und in ein weites Spektrum an Referenzen eingebettet.

Beim "Turn On Talk" soll am Samstag um 16.45 Uhr geklärt werden, welche Rolle die architektonischen Themen "Skulptur" und "Raum" auf nationaler Ebene einnehmen. Neben prominenten heimischen Vertretern der Szene wird Hubertus Adam, Architekturkritiker der "Neuen Züricher Zeitung", seine Standpunkte darlegen.

Fest, Information, Reflexion, Anstoß

Im letzten Programmteil werden die künstlerischen und landschaftsgestalterischen Aspekte miteinbezogen. Der Künstler Hans Kupelwieser und das Team "werkraum wien ingenieure" stellen die von ihnen konzipierte "Seebühne Lunz" vor - eine Betonskulptur, die an der Uferböschung eines kleinen Sees liegt und in das Wasser ragt. Anders als bei der Seebühne, ist das "art for art house" von Gerhard Steixner nicht von der umgebenden Landschaft geprägt und stellt eine architektonische Box dar, die über dem Baugrund schwebt. Heinz Tesar wird das "BTV Stadtforum" aus seiner Heimatstadt Innsbruck präsentieren.

Im Koalitionsabkommen hat sich die Bundesregierung vorgenommen, "Maßnahmen zur Verankerung qualitativer Baukultur in allen Bereichen des öffentlichen Lebens (zu) setzen und die Vermittlungstätigkeit für Baukultur und zeitgenössische Architektur (zu) forcieren". "Turn On" ist ein Beispiel dafür, wie das funktionieren könnte, oder, mit den Worten der Veranstalter: "'Turn On' ist ein Fest, ist Information, Reflexion und Anstoß für die Zukunft." (APA)

  • Die Bühne von  Lunz am See
    foto: wellenklänge lunz am see

    Die Bühne von Lunz am See

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