Plassnik: "Keine Gesellschaft der Welt kann auf Beitrag der Frauen verzichten"

12. März 2007, 13:32
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Außenministerin betont zentrale Rolle der UN bei Stärkung der weltweiten Frauenrechte - SPÖ-Europaabgeordnete Prets: Umsetzung der Richtlinien fehlt

Wien - Keine Gesellschaft der Welt könne es sich leisten, auf den Beitrag von Frauen verzichten, betonte Außenministerin Ursula Plassnik in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Aufruf zum Internationalen Frauentag. Den Vereinten Nationen komme bei der Stärkung der weltweiten Frauenrechte eine zentrale Rolle zu. "Extreme Armut ist weiblich. Mehr als eine halbe Milliarde Frauen haben in Entwicklungsländern kein angemessenes Einkommen, keine medizinische Versorgung und keine Sicherheit. Von Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind wir weit entfernt", so die Bundesministerin.

Erste Schritte

Österreich setze sich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gezielt für den gleichberechtigten Zugang von Frauen und Mädchen zu Bildung und Gesundheitsversorgung, für ihre wirtschaftliche und politische Stärkung, für Schutz gegen Gewalt ein. Plassnik hob unter anderem hervor, dass Österreich den UNO-Fonds zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen unterstützt und fünf Millionen Euro für Projekte zum Kampf gegen den Menschenhandel in Südosteuropa bereitstellt. Der österreichische EU-Ratsvorsitz habe sich besonders für mehr Frauen in EU-Friedensoperationen eingesetzt. "Und wir haben die mir sehr wichtige EU-Kampagne zum Schutz von Menschenrechtsverteidigerinnen begonnen. Denn Frauen, die sich für die Menschenrechte anderer einsetzen, sind besonders gefährdet", so Plassnik.

Prets: Umsetzung der bestehenden Richtlinien fehlt

"Bedauerlich ist, dass trotz eines weit ausgebauten EU-Regelwerks in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern in der Praxis nach wie vor große Lücken herrschen", erklärte die SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets anlässlich des 8. März. "Weiterhin fehlt es an der Umsetzung der bestehenden Richtlinien, was als direktes Versäumnis der Mitgliedsländer gewertet werden muss." Frauen verdienten nach wie vor durchschnittlich 15 Prozent weniger als Männer, immer noch ist die Arbeitslosenrate für Frauen leicht erhöht und die Beschäftigungsrate deutlich geringer. Männer nehmen nach wie vor kaum Elternurlaub in Anspruch und die Zahl der Unternehmerinnen in der EU ist immer noch viel zu gering.

CARE: Frauen von Klimawandel besonders betroffen

Gerade in den so genannten Entwicklungsländern sind es die Frauen, die vom Klimawandel besonders betroffen sind. Darauf macht die Hilfsorganisation CARE aus Anlass des Internationalen Frauentages aufmerksam. "Frauen besitzen weltweit zwar nur etwa ein Prozent des Ackerlandes, aber sie produzieren die Hälfte der Nahrungsmittel", erklärte Ulrike Schelander, Geschäftsführerin von CARE Österreich. "Sie und ihre Familien sind damit stark betroffen, wenn durch den Klimawandel verursachte Unwetter etwa die Ernte zerstören, ohne selbst viele Möglichkeiten zu haben, dagegen anzukämpfen." (APA)

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