Graz: Bei Ungleichbehandlung "Strafe" für Firmen

12. März 2007, 13:32
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Frauenbeauftragte fordert, "Politikerinnen und Politikern auf die Finger schauen" und verlangt Umsetzungen

Graz - Traditionell zum Internationalen Frauentag organisiert das von der Grazer Frauenbeauftragten Brigitte Hinteregger koordinierte 8. März-Komitee eine "Protest-, Kampf- und Veranstaltungswoche" für die Rechte der Frauen. "Es muss schneller etwas weitergehen", so Hinteregger, die dazu den Politikerinnen und Politikern besonders auf die Finger schauen will und Sanktionen für Unternehmen fordert, die Frauen und Männer ungleich behandeln. Die Aktionswoche läuft noch bis Samstag.

"Sichtbar scharf"

Recht auf Arbeit, gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, gleiche Bildungschancen, existenzsichernde Einkommen - diese Forderungen wiederholten sich, leider müsse man auch 2007 dafür weiterkämpfen, so Hinteregger am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Die Aktionswoche des Komitees steht unter dem Motto "Sichtbar scharf": "Themen müssen sichtbar gemacht werden und das mit aller Schärfe", so die Frauenbeauftragte.

Politik nicht von Wirtschaft lenken lassen

Die Forderungen stammen nicht nur von "irgendwelchen wahnsinnigen Feministinnen" - sie habe in ihrer Beratungstätigkeit täglich mit Ungleichheiten zu tun, meinte Hinteregger. So würden z.B. Frauen Jobs wegen ihres Alters oder Aussehens nicht bekommen - Arbeitgeber würden diese Gründe auch ganz deutlich nennen. Für solche Unternehmen sollte es nach Ansicht Hintereggers Sanktionen geben: "Dass z.B. AMS-Förderungen gestrichen werden." Die Politik müsste vermehrt eingreifen und sich nicht nur von der Wirtschaft lenken lassen.

"Ich will Umsetzungen", so die Frauenbeauftragte. "Dazu werden wir mit aller Schärfe auch den Politikern auf die Finger schauen." Die Frauenbeauftragte will erheben, "was in Graz umgesetzt wird" und regelmäßig per Mail und in Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern Kontakt halten und Forderungen ins Bewusstsein rücken.

Christine Gaster von der Med Uni Graz-Einrichtung "Gender Unit" berichtete, in medizinischen Studienrichtung seien Frauen zu über 60 Prozent vertreten, in der fachärztlichen Ausbildung zu rund 50 Prozent: "Das Bild ändert sich dann aber", so Gaster. Auf Professoren/Professorinnenebene sei die zehn Prozent-Quote nicht erreicht, auf Klinik- und Institutsleitungsebene die neun Prozent-Quote nicht.

Programm

Am Internationalen Frauentag werden auch zwei Filme gezeigt, in denen sich Mädchen mit den Themen "Arbeit und Einkommen" und "Feminismus" beschäftigen. So versteht die zehnjährige Hanna in einem der Filme nicht, "warum der Papa für einen Job mehr verdient als die Mama für zwei".

Im Vorjahr wurden in Graz insgesamt 2.000 Frauen über Veranstaltungen oder Telefonaten erreicht und 469 psychosoziale und 280 Rechtsberatungen durchgeführt, so Hinteregger. (APA)

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