Welternährungsprogramm: "Stoppt ungestrafte Gewalt gegen Frauen"

12. März 2007, 13:35
264 Postings

Exekutiv-Direktorin betont Relevanz gezielter Hilfe mittels Projekten und Programmen zum Empowerment

Rom - Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hat sich am Vortag des internationalen Weltfrauentages dagegen gewandt, Gewalt gegen Frauen als unvermeidlich zu betrachten. "Es ist inakzeptabel, dass Frauen und Mädchen immer noch tausendfach zu Opfer von Gewalt werden, die sie verletzt, demoralisiert, entwürdigt und vielfach tötet", sagte Sheila Sisulu, WFPs stellvertretende Exekutiv-Direktorin, in einer Aussendung.

Soziale Bedingungen fördern die Gewalt

In seinen weltweiten Operationen erlebe das WFP in seiner täglichen Arbeit, wie soziale Bedingungen die Gewalt fördern und gezielte Hilfe die Sicherheit von Frauen verbessern kann. "Stoppt ungestrafte Gewalt gegen Frauen und Mädchen" lautet das von den Vereinten Nationen und WFP, der größten humanitären Organisation der Welt gewählte Thema des Weltfrauentags am 8. März 2007.

Selbstversorgung als Schutz

Exekutiv-Direktorin Sisulu verwies darauf, dass Projekte und Programme Frauen helfen können, ihre soziale Stellung zu verbessern und sich besser gegen Gewalt zu wappnen. WFP-Programme fördern daher vor allem Frauen und Mädchen, indem sie unter anderem ihre Bildungs- und Berufschancen durch Nahrungsmittelhilfe erhöhen. So helfen beispielsweise Food-for-Training-Programme, die speziell auf Frauen ausgerichtet sind, diesen vorbeugend wie auch nach Angriffen sich eine eigene Existenz aufzubauen. Viele Frauen, die an entsprechenden WFP-Projekten teilgenommen haben, konnten sich später selbst versorgen und so ihre Abhängigkeit von Männern in ihrem Umfeld vermindern - ein wichtiger Schutz gegen Gewalt.

Reintegration

Um Opfern auch eine umfassende medizinische und psychologische Betreuung zu ermöglichen, versorgt WFP Frauen während dieser Zeit mit Nahrungsmittelhilfe, wie beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo. Dies verbessert die Chancen der Frauen, sich in ihren Gemeinschaften zu reintegrieren, auch wenn sie etwa durch Vergewaltigungen schwanger oder sexuell von bewaffneten Gruppen ausgebeutet wurden.

Verantwortung beider Geschlechter

"All diese Bemühungen wirken jedoch nicht dauerhaft ohne Kooperation und Unterstützung von Männern", sagte Sisulu. "Es ist die Verantwortung beider Geschlechter, Gewalt gegen Frauen auslöschen, weshalb WFP Männer und Frauen in seine Programme gegen die Gewalt integriert".

Hoffnung

Während viele Männer deutlich häufiger gewaltbereit sind als Frauen, leiden nach WFP-Erfahrungen viele andere Männer auch unter Gefühlen von Hilflosigkeit und Demütigung, wenn sie Angriffe auf Frauen miterleben mussten, insbesondere auf Verwandte. Diese Männer sind nach Ansicht des WFP wichtige Verbündete, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. In Bangladesh haben sich beispielsweise Männer-Gruppen gebildet, die Frauen ausdrücklich dabei unterstützen, als Kleinunternehmerinnen ausgebildet zu werden und sich für den Schutz von Frauen gegen Gewalt einsetzen. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", sagte Vize-Direktorin Sisulu, "aber ich glaube, dass Gewalt gegen Frauen eines Tages der Vergangenheit angehören kann - wenn wir wirklich handeln."

Das UN World Food Programme (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Jedes Jahr erreicht es rund 90 Millionen Menschen, darunter etwa 56 Millionen Kinder, in über 80 Ländern. (APA)

Link

WFP
  • Bild nicht mehr verfügbar
    "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", so die Vize-Direktorin des WFP Sisulu, "aber ich glaube, dass Gewalt gegen Frauen eines Tages der Vergangenheit angehören kann - wenn wir wirklich handeln."
Share if you care.