"Musikantenstadl" und "Dancing Stars" ganz europäisch

11. Juli 2007, 16:33
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Neben der politischen Berichterstattung will LIF-Europaabgeordnete Karin Resetarits auch die Unterhaltungsshows zu EU-Formaten ummodeln

Brüssel/Wien - "Mir kann keiner einreden, dass man Europa nicht viel sinnlicher verkaufen kann." LIF-Europaabgeordnete Karin Resetarits kämpft unermüdlich dafür, Europathemen "spannender" aufzubereiten. Dabei möchte Resetarits weit über die Maßnahmen hinausgehen, die die zuständige EU-Kommissarin Margot Wallström vorsieht. Ihr "Weißbuch der Kommunikation" richte sich nur an Eliten und BürgerInnen, die sich ohnehin für Europa interessieren, so die Parlamentarierin.

Die "Anderen", die Uninteressierten, Skeptischen und Ablehnenden, will Resetarits zum Beispiel per Fernsehshow aus ihrer Europalethargie reißen. Im Gespräch mit derStandard.at schlägt sie zum Beispiel vor, bestehende Fernsehformate mit Europainhalten "aufzupeppen". So solle man sich doch überlegen, statt den "Dancing Stars" aus Österreichs immer kleiner werdendem Promifundus einen europäischen Mix an Tanzwütigen zusammenzustellen. Statt Steffi Graf, Harry Prünster und Nina Proll also Robbie Williams, Bono Vox und Hannelore Elsner? Nach dem Motto: Boogie tanzt sich überall gleich. Für das ältere Publikum könnte sich die ehemalige ORF-Journalistin vorstellen, den "Musikantenstadtl" zu bemühen: "Auch andere EU-Länder können mit guter Volksmusik dienen".

Vorgetragen habe sie diese und ähnliche Ideen bereits einigen Programmverantwortlichen. Bisher konnte Resetaris aber noch keinen davon von der Ummodelung der vorhandenen Sendeformate in Europaformate überzeugen. Auch ORF-Programmchef Wolfgang Lorenz hat die Ex-Kollegin in dieser Hinsicht vertröstet. "Europa war leider immer die Baustelle, die ganz zum Schluss dran kommt," bedauert Resetarits. (mhe/derStandard.at, 7.3.2007)

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