Games-Entwickler setzten auf Unterstützung von Laien

31. Juli 2007, 14:47
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"Top Secret" lockt innerhalb von nur einer Woche bereits 20.000 Computerspieler zur Mithilfe

Der Spiele-Entwickler Dave Perry hat gemeinsam mit dem Produzenten Acclaim unter dem Namen "Top Secret" ein Projekt gestartet, in dessen Rahmen jeder Game-interessierte aufgerufen ist, sich an der Entwicklung eines neuen PC-Spiels zu beteiligen. Seit einer Woche kann man sich auf der Projektwebseite bewerben. Mittlerweile kann Perry behaupten, das weltweit größte Entwicklerteam um sich geschart zu haben. Mehrere tausend Game-Fans haben sich angemeldet, um bei der Entwicklung des Massivly-Multiplayer-Online-Spieles (MMO) mitzuhelfen, berichtet BBC online.

Titel

Ziel dieses Projekts ist es laut Perry, einen Spieltitel schneller zu entwickeln, als dies mit professionellen Entwicklern möglich ist. "Wir suchen Musiker, Designer, Programmierer, Soundtechniker, Schreiber und viele mehr, die eigentlich normale Computerspieler sind", erklärt Perry, der vom Ansturm überrascht wurde. "Derzeit haben wir 20.000 Anmeldungen, wir rechnen nun mit 100.000. Wenn ein Prozent davon wirklich gut ist, dann haben wir ein Top-Team." Einer der Bewerber wird schließlich ausgewählt, um die Produktionsleitung zu übernehmen. Er erhält alle eingespielten Lizenzgebühren, verspricht Perry.

Industrie

Der Ansatz, Laien in die Entwicklung einzubinden, ist in der Spielindustrie nicht neu. Bereits 1998 wurde das Computerspiel Half Life von Spieler weiterentwickelt. Die modifizierte Version wurde "Counter Strike" genannt und erfreut sich bei Onlinespielern bis heute großer Beliebtheit. Seit dem gibt es in vielen Multiplayer-Online-Spielen die Möglichkeit, das Spiel nach eigenen Vorstellungen zu adaptieren. User können ihre eigenen Welten schaffen und neue Szenarien umsetzen. Im Rahmen erfolgreicher Spiele wie beispielsweise Warcraft machten sich Tüftler einen Namen, indem sie gelungene Adaptionen anderen Spielern zur Verfügung stellen. Hier liegt auch ein Hauptgrund für den Erfolg der MMOs. "Sie werden ständig weiterentwickelt und bieten den Spielern kontinuierlich neue Erfahrungen", meint Perry

Platz für kreative und engagierte Menschen gibt es in der Computerspielbranche genug. "Als Spiele-Entwickler muss man nicht unbedingt Programmierer oder Grafiker sein. Es gibt duzende Berufe, die sich in dieser Branche in den vergangenen Jahren entwickelt haben: Spiel-Ddesigner, Produktmanager, Spiele-Tester, Producer, Producer-Assistent und viele mehr", meint Niki Laber, Präsident des kürzlich gegründeten Österreichischen Verbands für Unterhaltungssoftware im pressetext-Interview.

Perry hat neben Top Secret noch weitere Projekte, bei denen Laien in die Entwicklung eingebunden werden. Professionelle Spielentwickler setzen die Anregungen und Ideen der Gamer um. "Wir machen das natürlich nicht zum Spaß, es geht um die professionelle Entwicklung eines Spieles. Für uns ist es Business und ich hoffe, dass sich die Einbindung der Non-Professionals als nützlich erweisen wird", sagt Perry. Der 24-jährige ist sich aber auch des Risikos von Top Secret bewusst. So könnte sich die mangelnde Professionalität als Boomerang erweisen. Dennoch meint er locker: "Wenn sie nichts verkaufen, dann werden wir das in die Hand nehmen." (pte)

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