kfbö fordert eigenständiges Aufenthaltsrecht für Migrantinnen

12. März 2007, 13:32
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Appell für Recht auf gemeinsames Familienleben für binationale Ehepaare ebenso wie für Maßnahmen gegen strukturelle Gewalt gegen Frauen

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) ruft am Internationalen Frauentag 2007 zur effizienten Bekämpfung von struktureller Gewalt gegen Frauen auf. Denn menschenunwürdige Gesetze, patriarchale Traditionen, ausbeuterische Arbeitsbedingungen zwingen nach wie vor weltweit Frauen in Armut, Abhängigkeit und Unterdrückung. Die kfbö appelliert deshalb an die Bundesregierung, auf internationaler Ebene verstärkt Gleichberechtigung und Eigenständigkeit der Frauen sowie die Durchsetzung von Frauenrechten einzufordern.

Ehegefängnis

In Österreich sind nach Ansicht der Katholischen Frauenbewegung vor allem Migrantinnen Opfer struktureller Gewalt. Die kfbö fordert deshalb ein vom Ehemann unabhängiges Aufenthaltsrecht für Migrantinnen, um familiäre Gewaltsituationen leichter aufbrechen zu können. Denn derzeit müssen Migrantinnen befürchten, dass sie im Falle einer Trennung vom Ehemann ihre Niederlassungsbewilligung verlieren und verharren deshalb in häuslichen Gewaltsituationen.

Staatsangehörigkeit nebensächlich

Die aufgrund des österreichischen Fremdengesetzes durchgeführte zwangsweise Trennung von binationalen Ehepaaren wird von der kfbö ebenso als strukturelle Gewalt strikt abgelehnt. Auch ausländischen EhepartnerInnen muss ein Recht auf ein gemeinsames Familienleben zugestanden werden. Die propagierte Familienförderung muss allen in Österreich lebenden Menschen zuteil werden, denn der Wert der Familie wird nicht durch die Staatszugehörigkeit bestimmt. (red)

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