Das Pflaster kommt in die Jahre

30. März 2007, 14:34
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Unter dem Namen Hansaplast kam der erste Wundschnell-Verband 1922 in Deutschland auf - Den Grundstein legte ein Apotheker bereits 1882

Als 1922 der erste Wundschnellverband in Deutschland unter dem Namen Hansaplast die Versorgung alltäglicher Verletzungen erleichterte, war das wie eine kleine Revolution. Nun konnte jeder kleinere Wunden selbst versorgen, und das relativ hygienisch. Was mit einem kleinen einfachen Pflaster begann, bestellt heute ein ganzes Sortiment, das weit über die klassische Wundversorgung hinausgeht.

Von Leukoplast zu Hansaplast

Der Hamburger Apotheker und Firmengründer Carl Paul Beiersdorf legte 1882 den Grundstein, als er sein Patent zur "Herstellung von gestrichenen Pflastern" beantragte. Als Klebematerial wurde Harz verwendet, das aber allergische Hautreaktionen hervorrufen konnte. Danach wird ein Kautschuk-Klebestreifen entwickelt, der wiederum durch seine starke Haftkraft für die menschliche Haut jedoch ungeeignet ist. Durch die starke Haftkraft entwickelte sich der Kautschuk dafür wenig später zum Allround-Klebestreifen Tesa.

Oscar Troplowitz, der das Unternehmen Beiersdorf nach dem Tod seines Gründers übernommen hatte, tat den entscheidenden Schritt und entwickelte aus dem Kautschuk das erste Leukoplast, indem er Zinkoxyd beimengte. Mit Leukoplast begann schließlich der Siegeszug der Firma Beiersdorf und bald konnten weltweit Produktionsstätten errichtet werden. Doch einen Haken gab es: das Leukoplast konnte kein Blut aufnehmen. Erst das Nachfolgemodell war mit dieser Funktion ausgestattet. Seit dem Jahr 1922 produzierte Hansaplast bis heute 15,5 Milliarden Meter Pflaster. Heute zählt die Marke des Beiersdorf-Konzerns zum weltweit innovativsten Produkt im Wundversorgungsbereich.

Erste Pflaster-Spuren

Schon bei den alten Ägyptern kam der Wundheilung eine besondere Bedeutung zu. Das Schließen einer Wunde, so glaubte man, beschütze die Seele. Ursprünglich wurden dazu Blätter, Rinde oder Erde verwendet. Erste schriftliche Aufzeichnungen von Verbandsmaterialien finden sich bei den Ägyptern im Jahre 3000 v. Chr., über in Honig oder Öl getränkte Leinen. (red)

  • Das Pflaster wird 85.
    foto: der standard

    Das Pflaster wird 85.

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