adidas mit Rekordumsatz im WM-Jahr 2006

20. März 2007, 10:53
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Europas größter Sportartikelhersteller in USA weniger erfolgreich - Auch Reebok soll wachsen

Herzogenaurach - Die Übernahme des US-Konkurrenten Reebok hat Adidas im WM-Jahr 2006 einen Umsatzrekord von erstmals mehr als 10 Mrd. Euro beschert. Beim Gewinn blieb der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller jedoch leicht hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die US-Tochter verzeichnete unter dem Strich sogar einen Verlust. In diesem Jahr soll sich das jedoch ändern. Insgesamt zeigte sich Adidas-Chef Herbert Hainer für 2007 zuversichtlich und stellte weitere Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht.

Der Umsatz schnellte 2006 währungsbereinigt um 53 Prozent auf 10,08 Mrd. Euro hoch, wie Hainer am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte. Das Ergebnis nach Steuern kletterte zwar um 26 Prozent auf 483 Mio. Euro, prognostiziert worden war jedoch ein Anstieg auf bis zu 490 Mio. Euro. Zu diesem Gewinnwachstum habe Reebok noch nicht beigetragen, betonte Hainer. So habe die US-Tochter zwar operativ schwarze Zahlen geschrieben, nach Zinsen und Aufwendungen aber einen Verlust eingefahren, erklärte Finanzvorstand Robin Stalker.

Im laufenden Jahr soll das anders werden. "2007 wird Reebok bereits einen positiven Ergebnisbeitrag leisten", prognostizierte Hainer. Oberste Priorität sei, die für 3,1 Mrd. Euro erworbene US-Tochter rasch auf Wachstumskurs zu bringen.

Das größte Versäumnis von Reebok sei es gewesen, vor der Übernahme durch Adidas auf den nordamerikanischen Markt beschränkt geblieben zu sein. Dadurch habe Reebok die Wachstumsmärkte in Europa und Asien verschlafen. Hier bestehe also Nachholbedarf. "Wir sind gerade dabei, das zu ändern", sagte der Adidas-Chef. Um die Marke stabiler zu machen und besser aufzustellen, seien auch 2007 hohe Investitionen vorgesehen, die deutlich über denen des Vorjahres liegen würden. Zahlen nannte Hainer nicht.

Starke Marke

Ohne Reebok wuchs der Adidas-Umsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 7,55 Mrd. Euro. Zu dieser Entwicklung trugen alle Regionen und Sparten bei. Dabei war die Marke "adidas" mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 14 Prozent Haupttreiber des Wachstums. Reebok steuerte 2,47 Mrd. Euro zum Konzernumsatz bei und damit im Vergleich zu 2005, als die US-Tochter noch nicht im Konzern konsolidiert war, 9 Prozent weniger.

"Wir sind 2006 ein sehr starkes Rennen gelaufen", fasste Hainer zusammen. Dieses Tempo soll auch in Zukunft beibehalten werden. So stellte der Adidas-Chef für das laufende Jahr beim Umsatz ein Wachstum im "mittleren einstelligen Bereich" und beim Gewinn um annähernd 15 Prozent in Aussicht. Bis 2009 solle dann der Gewinn jährlich weiter zweistellig und der Umsatz im "hohen einstelligen" Bereich zulegen. "Ich blicke voll Optimismus ins laufende Jahr und darüber hinaus", betonte Hainer. Gleichzeitig kündigte er an, der Hauptversammlung am 10. Mai eine Erhöhung der Dividende von jetzt 33 Cent auf 42 Cent je Aktie vorzuschlagen. (APA/AP)

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