UN-Generalsekretär: Von Gleichberechtigung weit entfernt

12. März 2007, 13:32
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Ban Ki Moon kritisiert: Internationale Gemeinschaft hat ihr Ziel noch nicht erreicht

New York - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht in der Gleichstellung von Frauen eine wichtige Bedingung für den Weltfrieden. "Gleichberechtigung zu erreichen und Frauen zu stärken, ist ein Ziel in sich", sagte Ban am Dienstag mit Blick auf den Internationalen Weltfrauentag. "Nur so können wir erfolgreich die enormen Herausforderungen bewältigen, die auf uns zukommen - von der Konfliktlösung über die Friedenssicherung bis zum Kampf gegen Aids."

Frauen unterrepräsentiert

Ban beklagte, dass die internationale Gemeinschaft trotz aller Selbstverpflichtungen immer noch weit von echter Gleichberechtigung entfernt sei. "In fast allen Ländern sind Frauen auf der Ebene der Entscheidungsträger nach wie vor unterrepräsentiert. Die Arbeit von Frauen wird immer noch unterschätzt und zu gering oder gar nicht bezahlt", kritisierte er am Dienstag zum Auftakt einer zweitägigen Debatte zu dem Thema in der UN-Vollversammlung in New York.

Von den mehr als 100 Millionen Kindern weltweit, die keine Schule besuchen, seien die Mehrzahl Mädchen, rechnete er vor. Auch bei den über 800 Millionen Menschen, die nicht lesen können, seien Frauen überproportional vertreten. Am schlimmsten ist seinen Worten zufolge die in allen Ländern und allen Kulturen anhaltende Gewalt gegen Frauen. "Die meisten Gesellschaften verbieten solche Gewalttaten - aber in Wirklichkeit ist es zu häufig so, dass sie verheimlicht oder stillschweigend hingenommen werden."

Männer sollen Verantwortung wahrnehmen

Ban appellierte an die internationale Gemeinschaft, sich auf allen Ebenen für mehr Gleichberechtigung einzusetzen. "Das bedeutet, dass die Männer ihre Verantwortung wahrnehmen. Und das bedeutet, dass Frauen und Mädchen voll zu ihrem Recht kommen und ihren angemessenen Platz in der Gesellschaft bekommen." (APA/dpa)

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