Lärmschutz in Warteschleife

7. März 2007, 21:50
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Innsbruck: Weiter Streit um Einhausung der A12

80 Dezibel Dauerschallpegel haben die Anrainer am Bichlweg in Innsbruck-Amras zu ertragen. Verursacht von der A12 und 70.000 Tag und Nacht unmittelbar vorbeidonnernden Fahrzeugen, darunter 12.000 Lkws. Jetzt geht der Dauerstreit, ob die lärmgeplagten Amraser mit unzulänglichen Lärmschutzwänden abgespeist oder mit einer Einhausung rechnen können, in die entscheidende Runde.

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Am Montag haben in Wien die Asfinag-Vorstände Franz Lückler und Christian Trattner mit den Bürgerinitiativenvertretern Oliver Schuh und Fritz Gurgiser vom Transitforum verhandelt. Die Asfinag habe ihren Standpunkt wiederholt, an eine „Lärmschutz-Dienstanweisung“ gebunden zu sein, sagt deren Sprecher Marc Zimmermann. Allerdings bestünde die Bereitschaft zu einem weiteren Gespräch am 22. März in Innsbruck. Dabei soll eine Lösung gefunden werden, die für beide Seiten „tragbar ist“. Worin diese bestehen könnte, ließ Zimmermann offen. Seit Monaten bietet die Asfinag Lärmschutzwände an, deren Kosten mit elf Millionen Euro beziffert werden. Eine Einhausung käme um 13,8 Millionen teurer. Auch das seit Monaten vorliegende Angebot der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol, je zehn Prozent der Mehrkosten zu übernehmen, hat bisher wenig bewegt.

"Paradefall für ganz Österreich"

Gurgiser spricht von einem „Paradefall für ganz Österreich“ und beharrt auf dem Verursacherprinzip. Die Schulden der Asfinag dürften nicht mit deren Verantwortung, Grenzwerte zum Schutz der Anrainer einzuhalten, gegengerechnet werden. Neben der Überschreitung der Lärmgrenzwerte (tagsüber 60, nachts 50 Dezibel) liegt der Autobahnabschnitt auch im Sanierungsgebiet betreffend Feinstaub und Stickoxide. Inzwischen haben sich alle verantwortlichen Politiker von Stadt und Land mit den Anrainern solidarisch erklärt und teilweise angekündigt, an Protestaktionen teilnehmen zu wollen. Parallel zu den Gesprächen würden daher auch schon Vorbereitungen für eine „Bürgerversammlung auf der Autobahn“ getroffen, sagt Gurgiser. Es wäre die erste, zu der die Teilnehmer mit der Straßenbahn fahren könnten. (Hannes Schlosser/DER STANDARD, Printausgabe, 7.3.2007)

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