Gratulation für belasteten SP-Stadtpolitiker

9. März 2007, 18:01
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Fest für Ex-Gestapo-Mann: Wiesenthal-Zentrum verlangt den Rücktritt von van Staa

Innsbruck - Herwig van Staa bleibt Landeshauptmann. Die Rücktrittsaufforderung des Simon-Wiesenthal-Zentrums Jerusalem wegen seiner Teilnahme am Geburtstagsfest der Stadt Innsbruck für den Ex- Gestapo-Beamten und SS-Mann Ferdinand Obenfeldner, dem späteren SPÖ-Vizebürgermeister und Ehrenbürger, weist er zurück. Aus seinem Büro heißt es, van Staa habe die Feier nicht organisiert. Und: "Obenfeldner hat aus seiner Vergangenheit nie einen Hehl gemacht und sich große Verdienste für die Stadt erworben." Für Bürgermeisterin Hilde Zach gibt es keine "Ehrenbürger erster und zweiter Klasse, Obenfeldner war sehr sozial, dass in der Vergangenheit etwas gewesen sein soll, wusste ich nicht". Auch SPÖ-Stadtvorsitzender Ernst Pechlaner verteidigt die Gratulation zum 90ten.

Wolfgang Neugebauer und Peter Schwarz vom Dokumentationsarchiv (DÖW) belegen in ihrem Buch "Der Wille zum Aufrechten Gang" (Bund Sozialistischer Akademiker, 2005), wie es Obenfeldner gelang, "seine NS-Vergangenheit zu verschleiern". 1947 wurde er begnadigt. Neue Dokumente zeigen, dass er auch an der Pogromnacht 1938 beteiligt war. Eine angedrohte Klage gegen das BSA-Buch gibt es nicht. (Benedikt Sauer, DER STANDARD, Printausgabe 3./4.3.2007)

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