Graz, wie es hüpft und springt

31. März 2007, 20:09
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Der GAK nimmt dank einer Barkaution die erste Hürde im Lauf um sein Weiterleben - Ex-Präse Roth stellt Löwenanteil

Graz - "Es wird ein steiniger Weg, wir werden hüpfen und springen, aber es wird sich schon ausgehen." So beschrieb Norbert Scherbaum, der Masseverwalter des GAK, bei einer Pressekonferenz am Dienstag recht bildhaft die Situation des Klubs. Scherbaum und GAK-Präsident Stephan Sticher gaben sich wenige Tage nach dem Zwangsausgleichsantrag überraschend zuversichtlich. Wieder waren neben zahlreichen Medienvertretern auch etliche besorgte Fans zum Pressegespräch ins Trainingszentrum des Vereins gekommen.

Und tatsächlich scheint die erste Hürde, die zumindest eine Fortführung des laufenden Spielbetriebs bis Saisonende möglich macht, genommen. Denn die benötigte Barkaution von immerhin 650.000 Euro - der STANDARD berichtete - konnte nun schneller als erhofft aufgestellt werden.

Ex-Präsident Roth zahlt

In einer Sitzung von Präsidium und Vorstand sei das, wie es hieß, bereits am Montag beschlossen worden. In einer Woche wird die benötigte Summe als Bankgarantie vorliegen, wobei der Löwenanteil vom früheren Präsidenten des Vereins, Rudi Roth, aufgebracht wird.

Wie schon zuvor der Wirtschaftsanwalt Alexander Isola angab, benötige der GAK für das Gelingen des Zwangsausgleichs etwa 1,2 bis 1,3 Millionen Euro. Denn von den Gesamtschulden von 15,2 Millionen sei einiges abzuziehen. Etwa Forderungen von Vorstandsmitgliedern und "Ehemaligen", die vorerst Verzicht leisten würden, womit ein offener Betrag von "nur" 5,5 Millionen bleibe.

Trotzdem brauche man nach wie vor "jeden Cent", weswegen nun auch alle Fans des GAK und des Fußballs allgemein um Hilfe gebeten werden. Ein Spendenkonto wurde bereits eingerichtet. Das einzige Problem, das man nun noch fürchten müsse, sei der "Faktor Zeit" so Scherbaum. Den Zwangsausgleich bis zum 19. April durchzuziehen, würde "Rekordzeit" bedeuten.

Ebenso rekordverdächtig - und mit dem zeitgerechten Zwangsausgleich unzertrennlich verbunden - würde nach wie vor auch die Erlangung einer Lizenz für den Verbleib in der Bundesliga erscheinen. Denn nur, wenn der mehr als hundert Jahre alte Klub rechtzeitig entschuldet ist, kann er zumindest noch auf die zweite Instanz des Lizenzierungsverfahrens hoffen. Hierfür müssten die erforderlichen Unterlagen bis 10. Mai erneut eingebracht werden.

Auf etwaige Forderungen von IMG, der Sportartikelvermarktungsfirma, die einst einer der Hauptsponsoren des GAK war, werde man übrigens nicht eingehen, so Masseverwalter Scherbaum. (Colette M. Schmidt - DER STANDARD PRINTAUSGABE 7.3. 2007)

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