Vier Kilometer große "Wunde" in der Erdkruste

23. März 2007, 19:14
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Wissenschafter erkunden mysteriöses Loch im atlantischen Meeresgrund und hoffen auf neue Erkenntnisse über den Erdmantel

Santa Cruz de Tenerife - Britische Wissenschafter haben eine Expedition gestartet, um ein riesiges Loch im Meeresboden des Atlantiks zu erkunden. Das zwölfköpfige Team hofft, einen beispiellosen Einblick ins Innere der Erde zu erlangen.

Modernste Gerätschaften sollen am Meeresgrund Gesteinsbrocken aufwühlen und filmen. "Durch die Öffnung können wir direkt in den Erdmantel schauen", sagte der Geophysiker Roger Searle. Die Mission, die am Montag begann, ist die erste ihrer Art und soll sechs Wochen dauern.

Das Loch auf halber Strecke zwischen Teneriffa und Barbados befindet sich 5.000 Meter unter der Wasseroberfläche und hat einen Durchmesser von 3.000 bis 4.000 Metern.

"Offen Wunde"

Forscher beschreiben das Loch als "offene Wunde" im Ozeanboden, das der Wissenschaft bereits seit mehr als fünf Jahren Kopfzerbrechen bereitet. Unter anderem soll geklärt werden, ob das fehlende Stück Erdkruste durch Faltungen verschwunden ist oder ob es überhaupt je vorhanden war. Die Wissenschafter erwarten sich von der Expedition weit reichende Erkenntnisse über die Chemie der Ozeane und das Verhalten der Erde unter dem Meereswasser. (APA/AP/Red)

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    5.000 Meter unter der Wasseroberfläche des Atlantiks klafft ein rund 4 Kilometer großes Loch. Britische Forscher wollen nun herausfinden, was es damit auf sich hat.

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