Verwahrloste Kinder: Justiz prüft

7. März 2007, 18:42
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Einweisung der Linzer Mutter in Anstalt wahrscheinlich

Im Fall der verwahrlosten Mädchen vom Linzer Pöstlingberg hat die Staatsanwaltschaft Klagenfurt offensichtlich eine Entscheidung getroffen. Bis zuletzt war noch ungeklärt, ob gegen die Mutter, die ihre drei Töchter über sieben Jahre von der Außenwelt mehr oder weniger abschirmte, Anklage erhoben wird.

Die Mädchen mussten in einem völlig verdreckten Haus leben und leiden heute an schweren psychischen Schäden. Auf Standard-Anfrage bestätigte man bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt am Dienstag, dass ein so genannter „Vorhabenbericht“ an die Oberstaatsanwaltschaft Graz geleitet wurde. Über den Inhalt des geplanten Vorhabens hält man sich in Klagenfurt aber noch bedeckt.

„Losgelöst von dem aktuellen Fall gibt es generell drei Möglichkeiten: Einstellung des Verfahrens, eine Anklage oder die Person wird für ,zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig‘ erklärt und wenn Gefährlichkeit besteht, dann wird ein Antrag auf Unterbringung gestellt“, so Friedrich Borotschnik, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt. Hilfe bei der Einschränkung der judikativen Wahlmöglichkeiten bieten die Linzer Kollegen. „Wenn ein Vorhabenbericht an die Oberstaatsanwaltschaft und das Justizministerium zur Begutachtung geleitet werden muss, ist davon auszugehen, dass es sich meist um einen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher handelt“, so Rainer Schopper, Staatsanwaltschafts-Sprecher in Linz. (Markus Rohrhofer/DER STANDARD; Printausgabe, 7.3.2007)

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