EU als Vorreiter im Klimaschutz: Geplante Maßnahmen und Ziele

9. März 2007, 13:27
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CO2-Emissionsreduktion, effizientere Gangschaltungen, bessere Wärmedämmung

Brüssel - In dem Bestreben, eine Vorreiterrolle weltweit im Klimaschutz zu spielen, hat sich Europa ambitionierte Ziele gesetzt. Über einige Maßnahmen herrscht Einigkeit unter den 27 EU-Ländern, andere - etwa im Bereich der erneuerbaren Energieträger - sind noch umstritten. Folgende Vorschläge sind vor dem kommenden EU-Gipfel im Gespräch.

CO2-EMISSIONEN: Die EU will den Ausstoß des gefährlichen Treibhausgases verringern und bis 2020 eine Reduktion um mindestens 20 Prozent des Niveaus von 1990 erreichen. Gemeinsam mit internationalen Partnern sollen die CO2-Emissionen in dieser Zeit um 30 Prozent gesenkt werden. Dazu müssten vor allem große "Verschmutzer" wie die USA, China und Indien ins Boot geholt werden. Außerdem hat sich der deutsche EU-Ratsvorsitz das Ziel vorgenommen, 60 bis 80 Prozent bis 2050 gemeinsam mit internationalen Partnern einzudämmen.

ERNEUERBARE ENERGIE: Der Anteil erneuerbarer Energien aus Quellen wie Biomasse, Wind, Solar oder Wasser soll bis 2020 auf 20 Prozent erhöht werden. Ob dieses Ziel verbindlich festgeschrieben wird und wie die Lasten unter den EU-Ländern verteilt werden, ist noch umstritten. Staaten wie Frankreich wollen auch die CO2-armen Energiequellen wie die Atomkraft mitberücksichtigt wissen.

BIOTREIBSTOFFE: Der Anteil von Biotreibstoffen im Sprit soll bis 2020 auf mindestens zehn Prozent verbindlich angehoben werden. Damit kommen vermehrt Raps, Biodiesel oder Bioethanol zum Einsatz.

ENERGIE-EFFIZIENZ: Die EU will Energie sparen und die Energieeffizienz um 20 Prozent bis 2020 steigern. Dafür soll etwa der Verbrauch von stromfressenden Haushaltsgeräten, Computern oder Klimaanlagen gesenkt werden. Auch mittels Vorschriften für neue und renovierte Häuser z.B. bei der Wärmedämmung lässt sich Energiesparen. Maßnahmen wie etwa das australische Verbot von Glühbirnen sind vorerst nicht geplant.

VERKEHR: Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, den CO2-Ausstoß von Neuwagen bis 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer im Schnitt der EU-Fahrzeugflotte festzusetzen. Eine Reduktion auf 120 Gramm pro Kilometer soll durch Verbesserungen bei Reifen, Gangschaltungen, Klimaanlagen sowie durch mehr Biotreibstoffen eingespart werden.

LUFTFAHRT: Die Einbindung des Flugverkehrs in den Klimaschutz wird derzeit ebenfalls diskutiert. Die Vorschläge reichen von der Einführung einer EU-weiten Kerosinsteuer bis zu einem Klimaschutzbeitrag für Flugtickets. Die EU-Kommission will die europäischen Fluglinien ab 2011 in das EU-Emissionshandelssystem einbeziehen und ab 2012 alle Fluglinien, die in der EU starten und landen. (APA)

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