Speichergau: Eine Billion Gigabyte Daten bis 2010

15. März 2007, 10:42
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IDC warnt vor Engpässen im Hardware-Angebot - Hochauflösende Fotos, Webseiten und IP-Telefonie als digitale Speicherfresser

Rund eine Billion Gigabyte an Daten wird sich bis 2010 auf der Erde anhäufen. Mit dieser Schätzung hat das Marktforschungsinstitut IDC am Dienstag vor zukünftigen Engpässen an Speicherplatz gewarnt. Obwohl die Kosten für Speicherplatz stetig im Sinken begriffen sind und der Einsatz neuer Festplattentechnologien für Speicherrekorde am laufenden Band sorgt, wird der verfügbare Speicherplatz im Jahr 2010 nur bei rund 600 Mrd. Gigabyte angesiedelt sein, glaubt IDC. Um das Problem der Datenexplosion in den Griff zu bekommen, schlagen die IDC-Analysten eine einfache wie effektive Vorgehensweise vor: Unwichtige Daten sollen einfach gelöscht werden.

Umgedreht

Für das abgelaufene Jahr 2006 war das Verhältnis zwischen produzierten Datenmengen und verfügbarer Speicher noch umgedreht. Zwar ist das Datenvolumen in den vergangenen drei Jahren von fünf auf 161 Mrd. Gigabyte (Exabyte) angewachsen, der 2006 verfügbare Speicher war mit 185 Exabyte aber auch theoretisch als ausreichend. Den rasanten Anstieg der Datenmengen führen die Analysten auf eine Reihe von Faktoren zurück. Neben der flächendeckenden Verbreitung von hochauflösenden Digitalkameras und dem ungebremsten Anstieg von E-Maildaten und Webseiten, sorgt vor allem der Einzug der IP-Telefonie für ungeahnte Datenmengen. Der Vorteil bei letzterem liegt allerdings darin, dass die für das Telefonieren verwendeten Daten nicht langfristig gespeichert werden müssen.

Aus der Trickkiste

Um das Problem der langfristigen Datenarchivierung in den Griff zu bekommen, greifen Wissenschaftler und Entwickler mittlerweile sogar wieder auf Methoden zurück, die bereits als überholt angesehen wurden. So hat beispielsweise das Unternehmen Micro Archive Systems ein Langzeitarchivierungssystem entwickelt, das auf dem Einsatz von Mikrofilm basiert. Mit der Ablichtung von digitalen Dokumenten auf dem Mikrofilm sollen den durch die technische Weiterentwicklung entstehenden Migrations- und Kompatibilitätsprobleme vorgebeugt werden. (pte)

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