Stopfen, brechen und hungern

26. Juli 2007, 13:30
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Mehr als 200.000 Österreicher von Magersucht, Ess-Brechsucht, Binge-eating-Syndrom betroffen

Wien - Sie hungern bis zum Umfallen und stopfen sich voll bis zum Erbrechen: Mehr als 200.000 Österreicher leiden an Essstörungen. Am meisten sind Mädchen und junge Frauen von der Magersucht, der Ess-Brechsucht sowie den Heißhungeranfällen betroffen. Aber auch immer mehr Männer leiden unter Essstörungen.

Psychische Störung

Bei der Magersucht handelt es sich laut dem Sowhat-Institut um eine psychische Störung, die durch einen absichtlich selbst herbeigeführten und aufrechterhaltenen Gewichtsverlust charakterisiert ist. Magersüchtige haben eine ausgeprägte Angst vor der Gewichtszunahme, obwohl sie eigentlich untergewichtig sind. Es besteht eine verzerrte Wahrnehmung von Gewicht, Körperumfang und Körperform. In schweren Fällen kann Magersucht sogar zum Tod führen.

Körperliche Auswirkungen

Bei der Ess-Brechsucht kommt es zunächst zu Heißhungerattacken und anschließend zu selbst herbeigeführtem Erbrechen beziehungsweise Missbrauch von Abführmitteln oder extremer körperlicher Betätigung. Es besteht eine ständige Unzufriedenheit mit der eigenen Körperform und Angst vor Gewichtszunahme. Die Betroffenen haben Depressionen und immer wiederkehrende Stimmungsschwankungen. Die Bauchspeicheldrüse schwillt an, es kommt zu Zahnschäden, Haarausfall, Entzündungen im Bereich der Speiseröhre und der Verdauungsorgane, Störungen des Elektrolythaushaltes sowie Hormonstörungen.

Ähnlich wie bei der Ess-Brechsucht ist eine weitere Essstörung, das Binge-eating-Syndrom, von starken Essattacken gekennzeichnet. Da es jedoch zu keinen kompensatorischen Verhaltensweisen wie Erbrechen, Abführmittelmissbrauch oder ähnlichem kommt, sind die Betroffenen meist übergewichtig.(APA)

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