Bombenanschläge töten neun US-Soldaten

9. März 2007, 11:43
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Bagdader Regierungsdelegation zu Gesprächen in Wien

Bagdad - Die US-Armee im Irak ist Ziel zweier schwerer Bombenanschläge geworden: Neun US-Soldaten wurden dabei getötet, vier weitere verletzt, wie das Militär am Dienstag mitteilte. Bei mehreren Gewalttaten wurden am Dienstag im Irak mindestens 35 Menschen getötet, darunter 20 schiitische Pilger, die auf dem Weg nach Kerbala waren. Der offizielle Sprecher und Berater des irakischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki, Abdulkarrem Al-Buchaty, hielt sich mit einer Delegation zu Gesprächen über die Verbesserung der Sicherheitslage sowie über den wirtschaftlichen Aufbau in Wien auf.

Wie die US-Armee mitteilte, wurden sechs Soldaten getötet, als ihr Konvoi eine Straße in der Provinz Salaheddin passierte, an deren Rand eine Bombe explodierte. Drei weitere Soldaten seien verletzt worden. Bei einem ähnlichen Vorfall in der Provinz Diyalah wurden drei US-Soldaten getötet, wie die Armee in einer weiteren Erklärung mitteilte. Dabei sei ein Soldat verletzt worden.

Die nördlich von Bagdad gelegene Provinz Salaheddin mit ihrer Hauptstadt Tikrit ist eine Hochburg der Anhänger des hingerichteten irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein. Die Provinz Diyalah nordöstlich der irakischen Hauptstadt ist geprägt von Gewalttaten zwischen Schiiten und Sunniten. In den vergangenen Tagen wurden in den beiden Provinzen 29 Al-Kaida-Anhänger festgenommen, darunter mehrere örtliche Führungsmitglieder, wie das Innenministerium in Bagdad mitteilte. In beiden Provinzen sind bewaffnete sunnitische Gruppen aktiv.

Anschläge auf schiitische Pilger

Unterdessen häuften sich Anschläge auf schiitische Pilger, die zu Fuß von Bagdad in die 110 Kilometer südlich gelegene heilige Stadt Kerbala ziehen. Dabei müssen sie durch mehrere sunnitische Regionen. Mindestens 20 Menschen wurden bei mehreren Übergriffen getötet, Dutzende wurden verletzt. Bei weiteren Gewalttaten starben mindestens 15 Menschen. Unter ihnen waren fünf Polizisten, auf deren Patrouille in einem Stadtviertel im Osten Bagdads ein Autobombenanschlag verübt wurde.

Im Osten von Bagdad kamen am Dienstag fünf Polizisten bei einem Anschlag auf ihre Patrouille ums Leben. In Suwaira, 40 Kilometer südlich von Bagdad, ermordeten Unbekannte einen Oberstleutnant der Polizei. Drei seiner Leibwächter wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Große Mengen Munition beschlagnahmt

In Bagdad wurden die Bauarbeiten zur Errichtung eines amerikanisch-irakischen Sicherheitspostens am Rande des Stadtteils Sadr-City fortgesetzt. Bei ihren Durchsuchungen in der irakischen Hauptstadt beschlagnahmten irakische und US-Soldaten in der vergangenen Woche mehr als zehn Mal so viele Waffen und Munition wie in der Vorwoche. Wie die US-Armee am Dienstag mitteilte, wurden mehr als 21.000 Schuss Munition für leichte Waffen und 937 Mörsergranaten beschlagnahmt.

Die Konflikte im Irak hätten ihren Ursprung nicht in religiösen oder ethnischen Spannungen, erklärte Buchaty auf einer Pressekonferenz. Es handle sich dabei um einen reinen Interessenkonflikt. Es gebe Nachbarländer, die ein Interesse daran hätten, die Auseinandersetzungen im Irak zu schüren. Von Österreich und insbesondere der EU erhoffe sich der Irak Unterstützung, was den Austausch von Informationen, die Ausbildung von Sicherheitskräften sowie die "Trockenlegung der Finanzierungsquellen des Terrorismus" anbelange, so der Malikis Wirtschaftsberater Faal Thehib. Die derzeit in Bagdad laufende Sicherheitsoffensive ist aus der Sicht von Thehib sehr erfolgreich. (APA)

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