Microsoft holt zum Schlag gegen Google aus

9. Juli 2007, 11:28
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Software-Gigant bläst angesichts Googles "hochnäsigen" Umgangs mit Urheberrechten ins Schlachthorn - Symptome eines sich verschärfenden Wettbewerbs

In einer für die Vereinigung der amerikanischen Verleger (AAP) gedachten Rede, behauptet Microsofts Rechts-Berater und Anwalt Thomas Rubin, Googles Vorstoß in den Markt der neuen Medien würde auf dem Rücken der Buch-, Video- und Software-Herausgeber ausgetragen, dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und bezieht sich dabei auf das Schreiben, welches im Verlauf des 6. März an die AAP überreicht werden soll.

Echo

Der Kommentar des Anwalts spiegelt im Grunde genommen die Argumente der 16 Monate alten Copyright-Klageschrift gegen Google wider, die fünf große Buchverlage unter der Leitung der AAP eingebracht hatten. "Firmen, die keine eigenen Inhalte produzieren und Geld ausschließlich aufgrund anderer Leute Inhalte machen, schöpfen Milliarden aus Werbetöpfen und Börsengängen", so Rubin. "Google nimmt die Haltung ein, dass alles frei kopiert werden könne, solange der Rechteinhaber nicht auffordert den Vorgang einzustellen", sagt Rubin und merkt an, dass Microsoft zuerst das Einverständnis der Rechteinhaber einholt, bevor man selbst kopiert.

Verschärft

Unterdessen gewinnt der Wettbewerb zwischen dem Suchmaschinenprimus und dem Software-Giganten an Brisanz, stoßen die beiden Konzerne doch im Rennen um die Vorherrschaft im Web immer öfter aufeinander. So versucht Microsoft mit seinem eigenen Angebot den populären Suchdienst Paroli zu bieten, während Google zusehends den Softwaremarkt mit Web-basierten Applikationen ins Auge fasst.

Kritik

Thomas Rubin bezieht sich in seiner Rede auch die Kritik diverser Medien-Unternehmen, der Google nach der Akquisition der Video-Plattform Youtube gegenüberstand, wonach man weitläufige Urheberrecht-Verstöße zulasse. "Im Wesentlichen sagt Google den Rechteinhabern: "Vertraut uns - ihr seid geschützt. Wir halten die digitalen Kopien in Sicherheit, wir zeigen lediglich Ausschnitte, wir werden euch nicht schaden, wir schwingen für euch die Werbetrommel", aber Googles Erfolgsgeschichte das Urheberrecht in anderen Bereichen ihres Geschäftsfeldes zu schützen, ist bestenfalls schwach", argumentiert Rubin.

Die andere Seite

Den Anschuldigungen zum Trotz weist Googles Senior Vizepräsident David Drummond auf den Umstand hin, dass sein Konzern mit über 10.000 Verlegern zusammenarbeitet, um Bücher online suchbar zu machen und man habe erst kürzlich die BBC und die NBA als Video-Partner für Youtube gewinnen können. "Wir tun das unter Rücksichtnahme der internationalen Copyright-Gesetze und das Ergebnis ist eine größere Offenheit und in vielen Fällen größere Gewinne für die Autoren, Verleger und Produzenten von Inhalten", so Drummond. (red)

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