Telekom Austria steigerte Jahresgewinn kräftig

16. März 2007, 10:05
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Dividende auf 0,75 Euro je Aktie erhöht - Heuer leicht rückläufiger Gewinn bei gleichbleibendem Umsatz erwartet

Die börsenotierte Telekom Austria (TA) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Zuwächse beim Gewinn verzeichnet. Der Nettogewinn erhöhte sich um 37,4 Prozent auf 561,8 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 24,6 Prozent auf 772,4 Mio. Euro. Der Umsatz wuchs um 9 Prozent auf 4,76 Mrd. Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag ad-hoc mit. Als Dividende werde der Vorstand eine Erhöhung um 36,4 Prozent auf 0,75 Euro je Aktie vorschlagen.

Ergebnis

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 8,4 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Der Wert enthalte außergewöhnliche Aufwendungen in der Höhe von 26,5 Mio. Euro für ein freiwilliges Mitarbeiterabfertigungs- und Optierungsprogramm sowie ein neu eingeführtes Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, hieß es. Der Gewinn je Aktie stieg um 41,7 Prozent auf 1,19 Euro, hieß es weiter. Der Kauf der serbischen Handylizenz um 320 Mio. Euro ließ die Anlagenzugänge um 58,8 Prozent auf 996,7 Mio. Euro und die Nettoverschuldung um 1,8 Prozent von 3,11 Mrd. Euro per Ende 2005 auf 3,17 Mrd. Euro per Ende 2006 steigen.

Beim Umsatz und Nettogewinn lag die TA mit den heute präsentierten Bilanzzahlen über den Analystenerwartungen, die für den Umsatz im Schnitt von 4,747 Mrd. Euro und für den Nettogewinn von 543,8 Mio. Euro ausgegangen waren. Beim EBIT und EBITDA lagen die Werte hingegen unter den Analystenerwartungen, die im Schnitt beim EBIT 815,0 Mio. Euro und beim EBITDA 1,93 Mrd. Euro prognostiziert hatten.

EBITDA

Im vierten Quartal 2006 stieg der Umsatz um 2,6 Prozent auf 1,199 Mrd. Euro, das EBIT legte um 28,7 Prozent auf 76,7 Mio. Euro zu. Das EBITDA sank hingegen auf Grund außergewöhnlicher Aufwendungen in der Höhe von 26,5 Mio. Euro um 1,7 Prozent auf 375,1 Mio. Euro. Diese Sonderaufwendungen umfassen 16,4 Mio. Euro für ein freiwilliges Mitarbeiterabfertigungs- und Optierungsprogramm sowie 10,1 Mio. Euro für ein neu eingeführte Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, erläuterte die TA. Der Jahresüberschuss stieg im vierten Quartal - dank des höheren EBIT und dank positiver Effekte aus Körperschaftssteuerreformen in Bulgarien und Slowenien - um 63,6 Prozent auf 63,3 Mio. Euro.

Die TA-Gruppe ist über ihre Mobilfunktochter Mobilkom Austria neben Österreich auch in Bulgarien, Kroatien, Slowenien, Serbien und Liechtenstein tätig.

Ausblick

Fürs Gesamtjahr 2007 erwartet die Telekom Austria (TA) einen stabilen Umsatz und Jahresüberschuss, aber ein leicht rückläufiges Ergebnis, hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung. Die Prognose beinhalte bereits einen wettbewerbsbedingten Rückgang der Großhandelspreise für internationales Roaming. Noch nicht absehbar sei hingegen der Effekt aus der im Herbst 2007 erwarteten Einführung einer umfassenden Regulierung der internationalen Roamingtarife durch die EU-Kommission.

Trotz weiter rückläufiger Abschreibungen und Wertminderungen sei 2007 ein "leicht niedrigeres Betriebsergebnis" (EBIT) zu erwarten, prognostizierte die TA. Die Marge des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde in Folge des Preisverfalls der Großhandelspreise für internationales Roaming sowie auf Grund der Betriebsaufwendungen für die Aufnahme des Betriebs in Serbien und Mazedonien um etwa eineinhalb Prozentpunkte zurückgehen. Der Nettogewinn werde stabil bleiben, wobei der Wert im zweiten Halbjahr um steuerliche Sondereffekte im Ausmaß von 43,6 Mio. Euro bereinigt werde. Innerhalb der nächsten 30 Tage will die TA acht Prozent eigene Aktien einziehen, wurde heute beschlossen.

Wettbwerb

Im Festnetzbereich erwartet die TA heuer einen intensiveren Wettbewerb bei Breitband-Internet durch stärkere Konkurrenz durch die Mobilfunkbetreiber sowie eine anhaltende Migration von Sprachminuten in mobile Netze. Daher werde der Umsatz und das EBITDA leicht zurückgehen, während das EBIT wegen geringerer Aufwendungen weiter ansteigen soll.

Im Mobilfunkbereich erwartet die TA 2007 für die Mobilkom Austria-Gruppe ein leichtes Umsatzplus, wobei der Umsatz in Österreich leicht zurückgehen werde. EBITDA und EBIT werden wegen der Aufwendungen für die Aufnahme des Betriebs in Serbien und Mazedonien geringer als 2006 ausfallen, so die TA. Die Sachanlagenzugänge werden sich auf Grund der geplanten Investitionen in Serbien und Mazedonien um 18 Prozent erhöhen.

Abschreibung

Im Festnetz- und Internetbereich ging der Umsatz im Vorjahr geringfügig um 0,2 Prozent auf 2,12 Mrd. Euro zurück, das EBIT stieg wegen rückläufiger Abschreibungsaufwendungen um 36 Prozent auf 92,8 Mio. Euro, das EBITDA ging wegen höherer Personalkosten um 7,6 Prozent auf 729,4 Mio. Euro zurück. Der Marktanteil der TA im Festnetz bei Sprachtelefonie lag Ende 2006 bei 56,9 Prozent, inklusive Internetverkehr bei 56,8 Prozent. Die Zahl der Festnetzanschlüsse ging weiter um 5,7 Prozent auf 2,6 Mio. zurück.

Im Mobilfunkbereich erhöhte sich der Umsatz 2006 um 16,8 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro, das EBIT wuchs um 23,2 Prozent auf 677,1 Mio. Euro, das EBITDA um 21,5 Prozent auf 1,18 Mrd. Euro. Die Zahl der TA-Mobilfunkkunden stieg per Ende 2006 um 14,2 Prozent auf 10,2 Millionen. Davon entfallen 3,6 Mio. Kunden auf Österreich, 4,3 Mio. auf die bulgarische Mobiltel, 1,9 Mio. auf die kroatische VIPnet und 420.900 auf die slowenische Si.mobil. Der Marktanteil der Mobilkom Austria ging in Österreich leicht von 39,1 auf 38,7 Prozent zurück, wobei der Abstand zum Verfolger T-Mobile "beträchtlich vergrößert" worden sei, hieß es.

Die Zahl der TA-Mitarbeiter ging per Ende 2006 um 167 Beschäftigte auf 15.428 Mitarbeiter zurück, wobei 9.433 Beschäftigte im Festnetz. (APA)

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