Die blauweißen Nachbarn sind überall

23. Juli 2000, 19:47

Banken, Siemens, BMW, Medien und Weißbier - bayerische Unternehmen sind stark in Österreich


Andreas Stockinger

Wien/München - Bayerische Unternehmen unterhalten seit Jahrzehnten enge wirtschaftliche Beziehungen zu Österreich, der Bank-Austria-Deal ist nur der spektakulärste der jüngsten Vergangenheit.

Denn hierzulande mischen bereits zwei weitere Geldinstitute kräftig mit: die Bayerische Landesbank (BayernLB) und die HypoVereinsbank. Die BayernLB war 1995, im Jahr der Konsum-Pleite, bei der Bawag eingestiegen - mit 46 Prozent, den Rest hält der ÖGB. Die HypoVereinsbank hingegen machte keine halben Sachen, die SKWB Schoellerbank gehört ihr zur Gänze.

Auf dem Versicherungssektor glänzt die in München ansässige Allianz auch bei uns durch massive Präsenz - die bayerischen Versicherer sind Europas unumstritten Nummer 1, global matcht man sich mit der AXA um den höchsten Platz auf dem Stockerl.

Das bekannteste bayerische Unternehmen in Österreich ist neben der Münchner Paradefirma Siemens, BMW. Wobei die Firma mit dem Motorenwerk in Steyr, dem konzernweiten Dieselkompetenzzentrum, seit mehr als 20 Jahren auch eine eigene Produktionsstätte unterhält. Rund 2400 Mitarbeiter werden in Steyr beschäftigt, die Geschäfte entwickeln sich blendend: Allein im ersten Halbjahr 2000 stieg der Umsatz um 16,5 Prozent auf 11,3 Mrd. S (821,20 Mio. EURO).

Eine ähnliche Strategie betreibt MAN, einer der führenden europäischen Anbieter im Nutzfahrzeug-, Maschinen-und Anlagenbau. In Wien werden Nutzfahrzeuge bei der Österreichischen Automobilfabrik ÖAF-Gräf & Stift gebaut (endgültige Übernahme durch MAN 1995), in Steyr bei Steyr Nutzfahrzeuge (SNF) solche unter eigenem Markenlabel und unter der alten Typenbezeichnung "Steyr" (MAN-Einstieg vor zehn Jahren). Beide Firmen sind 100-Prozent-Töchter, insgesamt beschäftigt MAN in Österreich rund 4400 Mitarbeiter, der Umsatz betrug zuletzt rund 13 Mrd. S.

Und seit im April die Steyr Antriebstechnik, bis dahin Bestandteil der Steyr-Daimler-Puch-Gruppe, vom Magna-Konzern an die deutsche Zahnradfabrik Passau verkauft wurde, hat ein weiteres bayerisches Unternehmen das Sagen in einem heimischen.

Auch in der Medienbranche sind die Bayern eine Großmacht in Österreich. Der Medienunternehmer Leo Kirch etwa ist über den TV-Sender Pro7 flächendeckend vertreten. Und der Süddeutsche Verlag mit dem Flaggschiff Süddeutschen Zeitung hält 49 Prozent am STANDARD.

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