Globalisierung und Internet treiben die Banken in immer größere Fusionen

24. Juli 2000, 18:35

Die Bankenfusion ist Teil einer wachsenden internationalen Verflechtung - Suche nach Kosteneinsparungen münden meist in nationalen und regionalen Zusammenschlüssen

Frankfurt/New York - HypoVereinsbank und Bank Austria sind nicht die einzigen Großbanken, die in den vergangenen Jahren zueinander gefunden haben: Seit Mitte der Neunzigerjahre rollte durch die Finanzindustrie eine gigantische Fusionswelle.

Die Motive sind in den USA, Japan und der EU die gleichen: Kosten durch Personalabbau und Filialschließungen sparen, Gewinne steigern, durch Größe wettbewerbsfähiger werden und die Ressourcen für neue Investitionen zu bündeln. Vor allem die Globalisierung der Kapitalmärkte und die neuen Internet-Technologien lassen viele Bankmanager die Rettung in neuen Partnerschaften und Fusionen suchen. Doch viele Zusammenschlüsse werfen mehr Probleme auf, als sie lösen.

Die meisten Fusionen finden innerhalb von Ländern statt. Begonnen hat es in den USA, wo regionale Riesen NationBank und Bank One kleinere Konkurrenten aufkauften und auch die großen Wall-Street-Banken Manufacturer Hanover, Chemical und Chase Manhattan miteinander fusionierten. 1998 schlossen sich die Konzerne Citicorp und Travelers, die BankAmerica mit der NationsBank sowie die First Chicago mit der Bank One zusammen.

In Japan schlossen sich die durch die Finanzkrise stark geschwächten Banken zusammen bzw. planen für die kommenden Jahre Fusionen, darunter Dai-Ichi Kangyo, Fuji und Industrial Bank of Japan (IBJ); die Sanwa-Asahi-Tokai-Allianz, die für April 2002 angestrebte Fusion aus Sumitomo und Sakura-Bank sowie die Bank of Tokyo-Mitsubishi. Wenn alle Deals durchgehen, wird es statt derzeit neun nur noch vier große Geschäftsbanken geben.

In Europa fanden in den vergangenen Jahren in allen großen Märkten Fusionen statt. In Spanien schloss sich zuletzt im Vorjahr die Banco Bilbao Vizcaya (BBV) und Argentaria zusammen und in Italien die Banca Intesa, die an der Bank Austria beteiligt ist, mit der Comit. In Frankreich platzte im Vorjahr die Dreier-Fusion von BNP, Paribas und Societé Generale, worauf sich nur BNP und Paribas zusammenschlossen. In Deutschland scheiterte im Frühjahr die Fusion zwischen Deutsche Bank und Dresdner Bank, nun verhandelt die Dresdner mit der Commerzbank.

Regionale Ehen

Grenzüberschreitende Fusionen von Geschäftsbanken fanden bisher meist in klar definierten Regionen statt, etwa Spanien und Portugal oder Skandinavien. Auch die HypoVereinsbank/Bank Austria wird von Analysten als regionale Transaktion gesehen. Eine Ausnahme war die jüngste Übernahme der französischen Bank Credit Commercial de France (CCF) durch die britische HSBC Holding. Auch im Investment-Banking spielen Grenzen keine Rolle: Siehe den Kauf der Bankers Trust durch die Deutsche Bank. (ef)

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