Polizei prüft Hai-Tod in Vöcklabruck

6. März 2007, 17:41
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Konsequenzen nach "Entsorgung" im Bach

Linz - Für den in der Vöckla "entsorgten" Hai - wie der STANDARD berichtete - interessiert sich nun auch die Umweltbehörde. Spaziergänger fanden vergangene Woche den rund zehn Kilo schweren Meeresbewohner tot am Flussufer. Mehrere Tage wurde gerätselt, wie der Katzenhai den Weg in den Fluss fand.

Am vergangenen Wochenende konnte die Herkunftsfrage dann gelöst werden. Gedacht war der Hai ursprünglich als Dekorationselement beim Silvesterbuffet des Hotels "Auerhahn" in Vöcklabruck. Inhaber Peter Klaffenböck präsentierte den Hai aber bereits im Vorfeld seinen Stammgästen. Die rümpften nur die Nase und mit einem respektlosen "der stinkt" war das fischige Schicksal rasch besiegelt. Den Auftrag zur Entsorgung erhielt der Kochlehrling. Doch statt in den Kübel warf dieser den Hai in den nahen Fluss. "Er hat sich halt eine Hetz gemacht. Zu mir hat er nur gesagt, dass der Fisch wieder schwimmt", so Klaffenböck im Standard-Gespräch. Weniger lustig findet den Vorfall der Bezirkshauptmann von Vöcklabruck, Peter Salinger: "Wir prüfen den Fall jetzt. Es ist verboten, einen Kadaver einfach so zu entsorgen." Möglich sei eine Verwaltungsstrafe. "Aber nicht gegen den Lehrling allein, da gibt es ja auch noch einen Vorgesetzten", weitet Salinger den Kreis der Verdächtigen aus.

Hai als Fischfutter "Einfach lächerlich. Er hat doch nur die Fische gefüttert. Ich nehme auch einen Köder, wenn ich fischen gehe", verteidigt Klaffenböck seinen Lehrling. Außerdem hätte die Kirche da "noch ein Wörtchen" mitzureden. Der Bachabschnitt, in dem der Hai sein nasses Grab fand, gehört nämlich der Pfarre in Vöcklabruck. "Und der Herr Pfarrer will sicher nicht, dass der Junge bestraft wird", glaubt "Auerhahn"-Chef Klaffenböck.

"Ungeheuerlich" findet der Obmann des Landesfischereiverbandes, Karl Wögerbauer, dass der Hai nicht am Deko-Teller, sondern im Bachbett gelandet ist. "Rechtlich ist es natürlich verboten. Mir ist aber auch die ganze Art und Weise zuwider. Wir bemühen uns immer wieder, den Fischern Respekt vor dem Wasser und der Entsorgung beizubringen - und dann passiert so etwas", ärgert sich Wögerbauer. (mro/DER STANDARD-Printausgabe, 06.03.2007)

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