Plakate gegen Kindersextouristen

15. März 2007, 15:15
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Kampagne in Reisebüros - Geschätzte 4500 Täter aus Österreich

Mindestens zwei Millionen Kinder und Jugendliche sind Unicef-Schätzungen zufolge weltweit dazu gezwungen, ihren Lebensunterhalt mit Prostitution zu verdienen.

Das Geschäft mit Kindersex blühe derzeit vor allem an der Schwarzmeerküste in Rumänien und Bulgarien, sagte Astrid Winkler von der Kinderrechtsorganisation ECPAT. Auch geschätzte 4500 Sextouristen aus Österreich frequentieren diese Regionen zunehmend. Bei einer Podiumsdiskussion des Wirtschaftsministeriums in Wien zum Thema "Schutz der Kinder im Tourismus" wurde am Montagnachmittag die Forderung nach mehr Unterstützung seitens der Reiseveranstalter laut.

Kindersextourismus könne "einfach nicht hingenommen werden, es ist ja auch ein Straftatbestand", sagte Staatssekretärin Christine Marek (ÖVP), die bei der Veranstaltung Gewinner eines Posterwettbewerbs zu dem Thema auszeichnete. Die von Schülern gestalteten Sujets gegen Missbrauch von Minderjährigen könnten in den Unterlagen von Reisebüros Eingang finden und dort aufgehängt werden, meinte sie. Urlauber sollen sensibilisiert werden, hinzuschauen, um auch als Zeugen auftreten zu können. Rechtlich belangt werden konnten bisher erst drei Österreicher, die sich an Kindern im Ausland vergangen hatten. Die Polizei schätzt, dass es tatsächlich tausendmal mehr vorkommen dürfte.

Opfer immer jünger "Dort wo der Tourismus sehr rasch gewachsen ist und Länder nicht entsprechende Vorkehrungen getroffen haben, hat sich das Sexbusiness stark entwickelt", erklärte Winkler von ECPAT. Kindersextourismus nehme jedoch weltweit zu. Viele Sextouristen aus Europa machen sich das steigende Angebot an Billigflügen zunutze. Destinationen wie Thailand und die Philippinen werden wegen der dort verschärften, strafrechtlichen Verfolgung zunehmend gemieden, sagte Winkler. Pädophile weichen laut ECPAT etwa nach Kambodscha, Burma und Vietnam aus. Immer mehr Kindersextouristen würden aus Korea und China stammen. Die Opfer werden zudem immer jünger.

90 Prozent der Gelegenheitstäter sei nicht bewusst, dass sie für Sex mit Minderjährigen im Ausland auch in Österreich strafrechtlich verfolgt werden können, meinte Winkler. Daher, so hofft sie, könnten Informationen auf Urlaubsprospekten oder im Reisebüro jene 4500 österreichischen Kindersextouristen, die zu einem Großteil Gelegenheitstäter seien, vielleicht von einem Missbrauch abhalten. (APA)

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