Spitälerkooperation "light" für Linz

15. März 2007, 11:22
posten

Finanzieller Nutzen schwer zu beziffern

Linz - Die "politische Brisanz" nennt Heinz Brock, ärztlicher Direktor des AKH Linz, als Hauptgrund für die Verzögerung der Kooperation zwischen seinem Spital und der angrenzenden Landesfrauen- und -kinderklinik (LFKK). Zuletzt hatte der Landesrechnungshof im Dezember 2005 das Zusammengehen des roten AKH mit dem schwarzen Landesspital erneut dringend empfohlen. Mit 2. April wird diese nun in Teilbereichen umgesetzt (der Standard berichtete). Die Verträge für die künftige Zusammenarbeit liegen vor.

Schon das jetzt erreichte Ziel ist für Brock aber "einzigartig in Österreich". Die Geburten- und gynäkologische Abteilung des AKH und das LFKK werden künftig gemeinsam arbeiten. Sprich die 15 Betten der Geburtshilfe vom AKH kommen in die neu errichtete Frauenklinik. Im Gegenzug erhält das städtische Krankenhaus zehn gynäkologische Betten der Landesklinik. Zudem werde ein Primariat eingespart. Doch sonst bleibt trotz Kooperation alles beim Alten. Die Mitarbeiter bleiben Angestellte des jeweiligen Dienstgebers. Auch Anmeldungen zur Geburt seien in beiden Häusern möglich, erläutert Brock.

Noch ungeklärt ist die Frage, wie der zweite Primariatsposten eingespart werden soll. Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) und Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) hatten im November verkündet, dass auch die Radiologie zusammengelegt werde. Dies erspare einen weiteren Primariatsposten.

"Wir geben unsere international renommierte Radiologie sicherlich nicht auf", stellt Brock klar. Die Gespag, die Betreibergesellschaft der Landesspitäler, müsse dieses Einsparungsproblem lösen. Trotz der für Außenstehende nur schwer erkennbaren Kooperation spricht der AKH-Direktor von "erheblichen Synergien". In Euro kann er diese aber nicht ausdrücken. Von den angestrebten vier Millionen Euro pro Jahr dürfte man aber noch weit entfernt sein, wie er zugibt. Eine ursprünglich vom Landesrechnungshof angeregte Totalfusion war politisch nicht durchsetzbar. (Kerstin Scheller/DER STNDARD, Printausgabe, 6.3.2007)

Share if you care.