Einmaleins

5. März 2007, 18:48
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Karl-Heinz Grasser hat als Finanzminister sein Amt politisch missbraucht. So what else is new?

Karl-Heinz Grasser hat als Finanzminister sein Amt politisch missbraucht. So what else is new? Ein Finanzminister, der sich von der Industriellenvereinigung eine Homepage um 300.000 Euro schenken lässt, hat gegen alle Maßstäbe von good government verstoßen. Dass Grasser, wie profil aufdeckte, im Wahlkampf an nachgeordnete und befreundete Personen in Finanzministerium und Nationalbank den Auftrag gab, den Bawag-Skandal und das eigene Kontrollversagen der SPÖ umzuhängen, passt ins Bild.

Übrigens auch die seltene Dummdreistigkeit, solche "Zielvorgaben" auch noch schriftlich festzuhalten. Grasser verrät sein Politikverständnis, wenn er sagt, das sei "das kleine Einmaleins der Politik". Ja, einer "Keinen Genierer"-Politik, die die eigenen Interessen permanent mit denen des Amts und des Staates verwechselt.

Das Problem ist aber, dass ein sehr großer Teil der Öffentlichkeit einem halbsmarten Blender alles verziehen hat (auch die mangelnde Steuerentlastung). Er versteht ja auch gar nicht, was an seinem politischen Missbrauch von Institutionen so schrecklich sein soll: "Bin ich ein Politiker oder was?", fragt er. Derzeit zum Glück "oder was". (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 6. März 2007)

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