Wir sind die Firma

Redaktion, 5. März 2007, 18:46
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Motivation und Partizipation von MitarbeiterInnen - Chancen und Möglichkeiten der sozialen Nachhaltigkeit in Unternehmen

Die Ziele Beschäftigung, Solidarität und soziale Einbeziehung sind untrennbar verbunden mit der heutigen globalisierten Wirtschaft, in der Europas Wettbewerbsfähigkeit und Anziehungskraft auf dem Spiel stehen. Damit kommt dem Begriff der sozialen Nachhaltigkeit besondere Bedeutung zu, denn letztendlich geht es bei allen wirtschaftlichen Aktivitäten immer um den Menschen.

Den Blick in fokussierter Form auf die soziale Dimension der Nachhaltigkeit in Unternehmen zu richten, ist weniger ein PR–Gag als vielmehr eine sich immer stärker zeigende gesellschaftliche Notwendigkeit.

Aus der Studie "Sozialprofit" geht hervor: "Wer heute schon gesellschaftliche Belange integriert, greift möglicherweise gesetzlichen Erfordernissen von morgen vor."

Bislang noch zu stiefmütterlich behandelt

Und doch ist es so, dass gerade soziale Nachhaltigkeit im Vergleich zu den anderen Dimensionen (auch innerhalb des CSR Diskurses - vgl. Monatsthema November 2006) zur Zeit oft noch sehr stiefmütterlich behandelt wird. Soziale Nachhaltigkeit bietet aber tatsächlich viele Chancen und Möglichkeiten.

Wenn Nachhaltigkeit insgesamt ernst genommen werden soll, dann wird soziale Nachhaltigkeit einen festeren Platz darin erhalten müssen. Im aktuellen Diskurs geht es also darum, eine grundsätzliche Orientierung zu liefern, die im unternehmerischen Alltag Gestalt gewinnen kann. Soziale Nachhaltigkeit ist von ihrer Konzeption her eine zur Zeit freiwillige Verpflichtung der Unternehmen, auf eine ethischere und gleichberechtigtere Gesellschaft hin zu wirken. Das Bewusstsein, welche Chancen in einer solchen freiwilligen Vorgangsweise liegen, ist jedoch noch nicht sehr weit verbreitet.

Wie - etwa anhand von Auszeichnungen - nachgewiesen werden kann, agiert bereits eine Vielzahl an Unternehmen auf sozial verantwortungsvolle Weise.

Soziale Nachhaltigkeit im Unternehmen umzusetzen, gilt nicht nur aus sozial-ethischer Sicht als sinnvoll, sondern eröffnet den Unternehmen neue Chancen. MitarbeiterInnenmotivation wird in diesem Kontext als essentiell für die gute Arbeit eines Betriebes angesehen. Soziale Nachhaltigkeit gilt als ein langfristiges Motivationsinstrument. Die Partizipation von MitarbeiterInnen erhöht insgesamt die Arbeits- und Lebensqualität der einzelnen MitarbeiterInnen, fördert kreative Lösungsansätze und erhöht zugleich die Leistungsbereitschaft.

Supply-Chain Management

Supply-Chain Management ist ein anderes Schlagwort im modernen Unternehmensmanagement. Soziale Nachhaltigkeit kann sich positiv auf das Verhältnis zu LieferantInnen auswirken, was eine bessere Zusammenarbeit ermöglicht. Zentrales Instrument ist hier sicherlich die Stakeholder-Kommunikation. Ein Unternehmen, das sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, kann sich intern und extern in einen aktiv gesteuerten Dialog begeben und dadurch Vertrauen aufbauen.

Die Verbesserung der Kommunikation sowohl mit den KundInnen als auch mit den LieferantInnen lässt Veränderungen in der Branche vorhersehen und dient größtmöglicher Bedarfsdeckung und Zufriedenheit, sowohl auf Seiten der Wirtschaft als auch auf Seiten der VerbraucherInnen.

Dies sind nur einige wenige Beispiele, wie soziale Nachhaltigkeit bereits erfolgreich für alle Beteiligten umgesetzt werden kann. Die Erfahrungen und der Austausch zwischen einzelnen Betrieben, die sozial nachhaltig agieren, das Transparentmachen und Vernetzen scheinen sehr relevant zu sein, nicht nur um den Diskurs über soziale Nachhaltigkeit in Unternehmen zu fördern, sondern auch um die schon existierenden Ansätze konkreter Umsetzung weiter zu verbreiten und zugänglich zu machen.

Soziale Nachhaltigkeit in Unternehmen ist Thema des Monats im Internetportal

Logo: Nachhaltigkeit.at
Eine Initiative des Lebensministeriums



Die Autorin:

Doris Schnepf ist Scholarin am Institut für Höhere Studien und wissenschaftliche Mitarbeiterin am SERI.

Direkt-Link zum aktuellen Monatsthema
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)
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13 Postings
Der Saft
10
25.4.2007, 21:54
wir sind die firma

sollen mir den buckel runter rutschen

Paul Pot
03
Augenauswischerei

die meisten Unternehmensprojekte zu ökologischen und sozialen Themen strotzen nur so von gutem Willen ... bis es ums zahlen geht... da werden die großzügigsten Geschenke sofort wieder zurückgenommen b.z.w. annulliert. da sind manager und politiker gleich scheisse.

Arminius
19

Das einzige, was nachhält, ist mehr Geld auf dem Konto.

Aber ich bin ja auch sowas von old skool.

natoll
00

ist ja kein problem. aber wenn du es so siehst, wird dich auch die "old school" firma dementsprechend ausquetschen solange es eben geht. wenn jeder nimmt, nimmt irgendwann keiner mehr.

Arminius
00

Ist schon klar, dass eine gut strukturierte Firma gegenüber einer Bossdiktatur angenehmer zum Arbeiten ist. Nur: wenn man in Letzterer das Dreifache verdienen kann, was wird dann gewählt und im Lebensgefühl als angenehmer gesehen?

Am Genialsten waren ja die Kommunisten beim Leutever*rschen, wo sie an der Macht waren. Nix zahlen, aber am 1. Mai gab es Blumen, Würstel, Bier und Demonstrationspflicht. Klasse.

Oder noch heute in Ungarn: ein Kassenhausarzt kriegt dort einen Fixlohn, und der beträgt so um die 700 Euro im Monat. Ob der motiviert ist? Vermutlich schon: im Handaufhalten und Schwarzordinieren. Und ich kann's verstehen.

Lilith Boessse
 
00
bei uns kriegen

die ärzte doch um einiges mehr - sind aber deshalb nicht unbedingt gleich mehr motiviert..............

Thomas Felder
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das ist zwar richtig, aber wenn die Mitarbeiter die Firma auch als ihre Firma sehen und nicht einfach als billige Arbeitssklaven gehalten werden, ist die Leistung besser

Arminius
00

Wenn die Mitarbeiter die Firma wirklich mal als "ihre Firma" sehen, dann ist aber Schluss mit Leerphrasen.

Daniel Modler
00

mehr geld = nix billig sklave.

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das ist auch richtig, aber ohne geld koennen sie sich diesen punkt in die haare schmieren.
es gibt primaere und sekundaere faktoren.

wer wacht über die wächter?
01
...

Stichwort: Maslowsche Bedürfnispyramide
und
Stichwort: Frederick Herzberg
und aus.

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00

erst kommt das fressen und dann die anderen. und was ist daran neu?

um aber in den genuss von brot und trank zu kommen brauchen sie ... geld oder gun.

und erst wenn diese grundbeduerfnisse befriedigt sind koennen die anderen angegangen/substituiert werden.

Arminius
01

Völlig richtig. Hat man ja in den kommunistischen Ländern gesehen: kein Geld aber billige Ehrungen ("Tag der Strickerin" oder was auch immer). Hat nicht lange gehalten, obwohl die Firma ja angeblich "Volkseigentum" war.

Nix cash, viel sauer.

Oder warum sonst zerlegen die Ungarn manchmal ihre Innenstadt und laufen Demagogen nach? Sicher nicht, weil alles so superbillig bei Superlöhnen ist.

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