Die besten und schlechtesten Fonds im Februar

27. März 2007, 14:23
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Nach dem Traumstart 2007 waren die letzten Tage für Fondsanleger wenig erfreulich - Welche Fonds ihre Verluste begrenzen konnten - Von e-fundresearch.com

So schnell kann es gehen. Die letzten drei Handelstage im Februar ließen die gesamten Aktienkursgewinne 2007 dahin schmelzen. Per 26.2. lag der MSCI World Index noch mit 4,3 Prozent im Plus, Ende Februar waren Weltaktien dann nur noch um 0,5 Prozent teurer als zu Jahresbeginn. Globale Anleihen schnitten - gemessen am Citigroup World Government Bond Index – mit +0,75 Prozent leicht besser ab.

Auch Fondsanleger mussten im abgelaufenen Kalendermonat Verluste hinnehmen: Während der MSCI World Index um 2,1 Prozent sank, verloren Investmentfonds aber deutlich weniger. Im Schnitt erzielten alle 10.361 per Ende Februar 2007 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Fonds eine Performance von -0,44 Prozent. Dabei reicht das Spektrum von +12,8 Prozent beim FIT Galileo Asian bis zu -15,1 Prozent beim Magna India.

Die Hälfte aller Fonds im Plus

Exakt 5.156 aller 10.361 Fonds, also 49,8 Prozent, erzielten im Februar einen positiven Ertrag, bei nur zwei Fonds fiel dieser aber zweistellig aus. Unter den 50,2 Prozent aller Portfolios die ein Monatsminus verzeichneten, wiesen 16 ein zweistelliges Performanceminus auf.

Verantwortlich für das schlechte Abschneiden der Fonds war das sehr verhaltene Kapitalmarktumfeld: Angeführt von den Schwellenländer-Börsen wie Indien (MSCI India -10,1 Prozent), Polen (MSCI Poland -7,5 Prozent) oder Brasilien (MSCI Brasil -4,4 Prozent) fielen auch die Leitbörsen im Februar signifikant: S&P 500 (-3,6 Prozent), FTSE All Share (-1,9 Prozent), DAX 30 (-1,1 Prozent) oder der Schweizer SMI (-3,3 Prozent). Die chinesische Börse, deren Kurseinbruch von rund neun Prozent am 27.2. einer der Auslöser der weltweiten Korrekturen war, liegt auf Monatssicht sogar noch im Plus (Shanghai Composite +2,1 Prozent).

Anleihen schnitten im Februar besser ab: So gewannen Euro-Staatsanleihen (gemessen am Citigroup EMU Government Bond Index) immerhin ein Prozent ihres Wertes. Noch besser erging es Unternehmensanleihen (FTSE Euro Corporate Bond), welche 1,1 Prozent stiegen.

Die besten und schlechtesten Fondskategorien

Überhaupt gab es im Februar nicht nur Verlierer, wie ein Blick auf die besten Fondskategorien zeigt (Performance des Lipper-Fondsdurchschnittes in Prozent): Koreanische Aktienfonds legten um 10,1 Prozent zu, gefolgt von japanischen Immobilienfonds (5,5 Prozent), thailändischen Aktienfonds (3,8 Prozent) oder Aktien aus Portugal (2,5 Prozent) bzw. Australien (2,3 Prozent).

Die Schlusslichter bildeten: Aktien Indien (-9,1), Aktien Schweden (-4,2), Aktien Indonesien bzw. US-Immobilienfonds (je -3,3) und Aktien Biotech (-3,1 Prozent).

Welche Fonds trotzdem Performance brachten

Auf Einzelfondsebene geht der erste Platz im Februar an den FIT Galileo Asian, der mit Investments in Aktien aus der Region Asien ex Japan einen Ertrag von 12,8 Prozent erzielte. Dahinter folgt der Bac Mining Regions Managed Vol South Africa von Bernard Loriol mit +12,7 Prozent.

Japan-Investments jetzt besonders interessant?

Auf Platz drei liegt mit +9,6 der Nippon Growth Fund als erster von 13 Japan-Aktienfonds unter den Top-50. Das gute Abschneiden der Japan-Fonds – im Schnitt kamen diese im Februar auf ein Plus von 2,1 Prozent – ist vor allem auf den starken Yen zurückzuführen, welcher im Monatsabstand um 1,4 Prozent zulegte. Damit erklärt sich auch die gute Performance verschiedenster Japan-Investments: Immobilienfonds legten um 5,5 Prozent zu, Immobilienaktien um 3,2 Prozent, Wandelanleihen um 1,9 Prozent und Staatsanleihen um 0,5 Prozent. Ausschlaggebend dafür war und ist der Yen-Carry-Trade (Mittelaufnahme in Yen zur Investition in höher verzinsliche Werte in anderen Teilen der Welt). Denn ein stärkerer Yen kann die Auflösung dieser Carry Trades und damit eine Verengung der globalen Liquidität signalisieren. „Die Gefahr, dass der jüngste Trend sich fortsetzt, ist durchaus ernst zu nehmen, da ein Anstieg bei der Volatilität des Yen die Auflösung globaler Carry Trades noch weiter beschleunigen könnte“, unterstreicht Jean-Pierre Hellebuyck, Mitglied des Board of Directors von AXA Investment Managers. Er rät genau deswegen zu Investments in Japan: „Tatsache ist nämlich, dass der Yen zurzeit gegenüber Dollar, Euro und Pfund um 30 bis 40 Prozent unterbewertet ist. Die Investition in japanische Aktien ist sicherlich eine sinnvolle Form, Yen anzukaufen“.

Gold-Fonds und Russland-Aktien resistent gegen Kurseinbüche

Trotz des ebenfalls vom Abschwung betroffenen Goldpreises – Goldminenaktien verloren im Februar 1,6 Prozent, der Goldpreis gewann 0,4 Prozent dazu – findet sich hinter dem Bac Mining Regions Managed Vol South Africa unter den Top-Fonds weitere Edelmetall-Fonds: NESTOR Gold Fonds (+9,3 Prozent / Platz vier), Stabilitas Gold+Resourcen (+8,4 Prozent / Platz sieben) oder Strategic Precious Metal (+7 Prozent / Platz 12).

Auch relativ gut abgeschnitten haben im Februar Russland-Aktienfonds. Im Schnitt erzielten diese im Monatsabstand ein Plus von 1,6 Prozent, wobei der ETF von Lyxor (Lyxor ETFRussia) auf den DJ Rusindex Titans 10 mit +8,5 Prozent sogar auf Platz sechs des Gesamtrankings liegt. Der beste aktiv gemanagte Russland-Fonds folgt auf Platz zehn (Polar Capital Elbrus / +7,1 Prozent). Ebenfalls von dieser Entwicklung profitiert hat der ESPA Stock Europe-Emerging, welcher als Osteuropa-Aktienfonds derzeit zu 72 Prozent in Russland investiert ist.

Was machten die größten Fonds?

Der per Ende Januar 21,2 Mrd. Euro schwere Templeton Growth Fund, Inc. verlor im Februar 3,2 Prozent und damit deutlich mehr als der MSCI World Index mit -2,1 Prozent. Etwas besser erging es dem 17,7 Mrd. Euro großen Fidelity Funds – European Growth, welcher mit -2,3 Prozent nur leicht hinter dem MSCI Europe Index mit -2 Prozent lag.

Die Geldvernichter im Februar

Die größten Verluste mussten im Februar Indien-Aktienfonds hinnehmen. Auf den letzten 18 Plätzen finden sich so gut wie alle Indien-Fonds der größeren Anbieter. Starke Einbußen mussten aber auch baltische Aktienfonds, Biotech-Sektorfonds bzw. Schweizer Smaller Cap Aktienfonds hinnehmen.

Alle Daten per 28.2.2007 in Euro / Quelle: Lipper

LINK: Die gesamte Analyse (inkl. Tabelle der Top-20-Fonds im Februar) finden Sie hier.

Die wichtigsten Infos zu Fondsinvestments finden Sie unter www.fonds1x1.com

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