Oberwart: Verein Roma kritisiert "Zutrittsverbot" in Discothek

5. März 2007, 17:23
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An der Tür abgewiesen worden - Anzeige bei Gewerbebehörde geplant

Eisenstadt - Ein Zutrittsverbot für Roma, das der Betreiber einer Discothek in Oberwart verhängt haben soll, sorgt beim Verein Roma für heftige Kritik: Das Lokal öffnete vor rund drei Wochen, seither seien Roma, sowohl Männer als auch Frauen, an der Tür abgewiesen worden. In einem persönlichen Gespräch mit dem Disco-Besitzer habe dieser gemeint "Von den 'Zigeunern' lassen wir uns nicht das Geschäft z'sammhauen", erklärte Susanne Baranyai vom Verein am Montag in einer Aussendung.

"Grundsätzlich einer ganzen Volksgruppe den Zutritt zu verwehren, das ist rassistisch", so Baranyai. Bereits vor zwanzig Jahren habe es in Oberwart ein Discotheken-Verbot für Roma gegeben. "Jetzt wieder? Das ist ein Rückschlag für den Verein." Die Institution werde deshalb am Dienstag eine Anzeige bei der Gewerbebehörde gestatten, so Baranyai.

Bürgermeister überrascht

In der Stadt Oberwart leben etwa 250 Roma. Bürgermeister Gerhard Pongracz zeigte sich über den Vorwurf des Vereins ein wenig überrascht. Er selbst sei, ebenso wie einige Roma, bei der Lokaleröffnung vor drei Wochen dabei gewesen. Er wurde von Rudolf Sarközi, Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma, am Montag über den Vorfall informiert und möchte mit dem Disco-Eigentümer Kontakt aufnehmen.

Disco-Betreiber ist der Südburgenländer Rainer Kohlhauser gemeinsam mit einer Partnerin. Er selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Sein Vater, der bei der Lokaleröffnung anwesend war, meinte, dass bei der Einweihungsfeier Roma seinem Sohn gedroht hätten "ihn zu erschießen, eine Bombe zu schmeißen". "Das kann nicht sein", so Kohlhauser. Daraufhin habe dieser Angehörige der Volksgruppe nicht in sein Lokal gelassen. (APA)

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