Entführte Touristen in Äthiopien: Fahrzeuge der Vermissten entdeckt

7. März 2007, 09:14
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Rund 60 Elitesoldaten des britischen "Special Air Service" eingeflogen

London/Nairobi - Nach dem Verschwinden einer europäischen Reisegruppe in einer entlegenen Region Äthiopiens hat ein Suchtrupp am Montag die Fahrzeuge der Vermissten entdeckt. An dem einen Auto waren an der rechten Seite mehrere Einschusslöcher zu sehen, das andere Fahrzeug wurde an der Vorderseite vermutlich durch eine Explosion beschädigt.

Von den fünf Ausländern, die für die britische Botschaft in Addis Abeba arbeiten oder mit Angestellten verwandt sind, fehlte weiterhin jede Spur. Die Gruppe wird seit Tagen vermisst.

Spezialeinheit eingeflogen

Eine Spezialeinheit der britischen Armee soll sich um die Freilassung der fünf in Äthiopien entführten Touristen kümmern. Rund 60 Elitesoldaten des "Special Air Service" (SAS) seien nach Äthiopien geflogen, berichteten britische Medien am Montag. Unter den vor fünf Tagen entführten Touristen sollen auch Angestellte der britischen Botschaft in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sein.

Nach unbestätigten Berichten äthiopischer Behörden wurden die fünf Ausländer gemeinsam mit 13 einheimischen Fahrern und Übersetzern in der abgelegenen Region Afar von einem Militärkommando des benachbarten Eritrea über die Grenze entführt. Fünf der vermissten Äthiopier tauchten am Montag wieder auf. Ob sie geflohen waren oder von den Entführern freigelassen wurden, blieb unklar.

Sichere Rückkehr gewährleisten

Am Wochenende war bereits ein Expertenteam des britischen Außenministeriums in Addis Abeba eingetroffen, um sich mit dortigen Behördenvertretern zu treffen. "Es ist ihre höchste Priorität, eine sichere Rückkehr zu gewährleisten", sagte ein Ministeriumsvertreter.

Die Region Afar liegt etwa 800 Kilometer entfernt von Addis Abeba nahe der Grenze zu Eritrea. In der extrem heißen und schwer erreichbaren Region kommt es immer wieder zu Raubüberfällen. Mitte der neunziger Jahre hatte eine Rebellengruppe aus der Region italienische Touristen entführt und nach zwei Wochen wieder freigelassen. Seit 2004 wird in der Gegend eine französische Touristin vermisst. Die Afar-Rebellen fordern einen eigenen Staat für ihre Volksgruppe.(APA/dpa)

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