Sarkozy will Französischtest für Ausländer in Herkunftsländern

22. März 2007, 17:10
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Innenminister und UMP-Präsidentschaftskandidat will niederländischem Beispiel folgen

Paris - Im Rahmen der Zusammenführung von Gastarbeiterfamilien hat sich der französische Innenminister, UMP-Chef und Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy am Montag für einen "Integrationstest" ausgesprochen, mit dem die Ausländer vor der Zuwanderung ihre Eignung unter Beweis stellen sollen. Laut Sarkozy sollen in den französischen Konsulaten der Herkunftsländer "summarische Sprachtests" durchgeführt werden, bevor die Antragsteller ein Visum bekommen.

"Ich wünsche, dass wir uns an den Niederlanden ein Beispiel nehmen, die einen Integrationstest für jene Ausländer eingeführt haben, die ihre Familienangehörigen im Lande erreichen wollen", sagte Sarkozy in Marseille, wo ein Symposium mit Vertretern der Präfekturen und Konsulate zum Thema der Immigration stattgefunden hat. Laut Sarkozy wollen auch Deutschland und Dänemark einen ähnlichen Test wie jenen einführen, der in den Niederlanden bereits Anwendung findet. "Dies ist ein Zeichen für eine reelle europäische Konvergenz", sagte der Innenminister.

Immigration an der Basis vorbereiten

Der französische Präsidentschaftskandidat befürwortete einen solchen Test, "denn die Immigration muss an der Basis vorbereitet werden, damit sie dann gelingen kann". "Die Kandidaten zur Familienzusammenführung müssen ihren Willen und ihre Kapazität zur Integration unter Beweis stellen, indem sie unsere Sprache lernen und auf ein Niveau kommen, das es ihnen erlaubt, Französisch zu lesen und im Alltagleben zu kommunizieren", betonte Sarkozy.

Wenn die Kandidaten diesen konsularischen Test bestehen, dann sollen sie nach den Wünschen Sarkozys in den Genuss eines "Empfangs- und Integrationsvertrags" kommen, den die konservative Regierung eingeführt hat, "um die französische Sprache und die Vermittlung unserer Werte zu fördern". (APA)

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