Hacker-Attacke auf Computer der rechtsextremen Le-Pen-Partei

13. März 2007, 10:15
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Heikel: Unbekannte griffen auf Liste mit Wahlpatenschaften zu

Vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich haben Unbekannte einen Computer des Front National (FN) von Rechtsextremen-Führer Jean-Marie Le Pen gehackt und Zugriff auf heikle Informationen erlangt: Wie am Montag von der Justiz von Nanterre bei Paris zu erfahren war, fanden Polizeiexperten in der Zentrale der Partei Belege für die von Le Pen beklagte Informatik-Attacke. Demnach griffen Hacker auf die Liste der Bürgermeister zu, die dem Rechtsextremen eine Wahlpatenschaft zugesichert hatten. Le Pen klagt über Probleme, die zur Kandidatur für das höchste Staatsamt erforderlichen 500 Unterschriften von Volksvertretern zusammenzubekommen. Die Frist läuft bis zum 16. März. Der FN-Chef liegt in Umfragen vor der Wahl derzeit auf Rang vier.

"Unter Druck gesetzt"

Er klagt, Unbekannte hätten zahlreiche Bürgermeister angerufen und unter Druck gesetzt. Diese Volksvertreter hätten ihm ursprünglich eine Wahlpatenschaft zugesichert gehabt, seien daraufhin aber wieder abgesprungen. Am Donnerstag hatte Le Pen wegen der Hacker-Attacke auf seine Parteizentrale im Pariser Vorort Saint-Cloud Strafanzeige gestellt. Der inzwischen 78 Jahre alte Le Pen hatte sich 2002 die Patenschaften nur mühsam gesichert, war schließlich aber bis in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Jacques Chirac eingezogen. (apa)

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