Staatsanwaltschaft fordert Haft für Holocaust-Leugner Rudolf

8. März 2007, 10:25
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Chemiker verfasst Gutachten: Judenverfolgung sei ein "gigantischer Betrug"

Mannheim - Im Prozess gegen den mutmaßlichen deutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf hat die Staatsanwaltschaft am Montag eine zweieinhalbjährige Haftstrafe gefordert. Rudolf ist vor dem Landgericht Mannheim wegen Volksverhetzung in zwei Fällen angeklagt. Die Anklage begründete ihr Strafmaß unter anderem mit einem Internetauftritt und einem Buch Rudolfs. Rudolf hatte zum Prozessauftakt erneut behauptet, der Holocaust sei ein "gigantischer Betrug". Ein Urteil soll am 15. März verkündet werden.

14 Monaten Haft auf Bewährung

Der heute 42-jährige Chemiker hatten in seinem so genannten Rudolf-Gutachten den millionenfachen Mord an den Juden in der NS-Zeit in Abrede gestellt. Dies hatte ihm die Kündigung beim Stuttgarter Max-Planck-Institut eingebracht - und 1995 auch eine Verurteilung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung. Rudolf war im November 2005 aus den USA nach Deutschland abgeschoben und in Haft genommen worden. Er steht seit Mitte November 2006 vor Gericht.

Am 15. Februar hatte das Landgericht Mannheim den Holocaust-Leugner Ernst Zündel zur Höchststrafe von fünf Jahren verurteilt. (APA/dpa)

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