"Konzept der weiblichen Erbsünde vergessen"

19. März 2007, 11:36
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Die Grüne Vize-Chefin und Dritte Nationalratspräsidentin war im Chat von derStandard.at

Auszüge aus dem Chat:

Moderatorin: UserInnenfrage per Mail: Viele Frauen können es sich nicht leisten sich weiterzubilden. Weil sie einige Kinder zu betreuen haben und oft allein mit diesem Problem dastehen. Es fehlt an Zeit und Geld. Viele der Frauen sind allein erziehend und leben nahezu an der Armutsgrenze. Was gehört in der Arbeitspolitik geändert um gerade diesen Frauen zu helfen?

Eva Glawischnig: Eine Grundsicherung, die den Namen auch verdient. Flächendeckender Ausbau der Kinderbetreuung, ein Mindestlohngesetz und kein Abschieben an die Kollektivvertragspartner. Nosfera: Was halten sie von einer konstruktiven Männerpolitik?

Eva Glawischnig: Ich würde es sehr konstruktiv von den Männern halten, wenn sie als Chef den Frauen den gleichen Lohn zahlen würden und sie im Betrieb fördern. Sich bei der Kindererziehung und im Haushalt und bei der Pflege älterer Angehörigen beteiligen. Und: Sollten sie in der Kirche arbeiten, ihr Konzept der weiblichen Erbsünde vergessen und uns mit ihren Vorschlägen zu Kindererziehung und Frauenaufgaben verschonen. Danke! Markus Renner: Darf ein Reporter eine Ministerin fragen, warum sie keine Kinder bekommen kann und wie oft sie in die Kirche geht?

Eva Glawischnig: Fragen darf er sie - ob sie darauf antwortet, ist ihre Sache. Ich würde darauf antworten: "Das ist meine Privatsache".

stixl: Gänzlich gleichberechtigte homosexuelle Ehepaare würden doch auch Kinder adoptieren können. braucht ein Kind nicht Vater UND Mutter? Ich stimme mit den Grünen weitestgehend überein, aber wie beantworten sie diese schwierige psychologische Frage?

Eva Glawischnig: Selbstverständlich ist es immer gut, Vater und Mutter zu haben. Aber selbstverständlich ist liebevolle Betreuung das wichtigste, was man Kindern geben kann und das können gleichgeschlechtliche Paare ebenso. Im Moment ist es ja so, dass bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Kinder, die mitgebracht werden, im Fall dass einer stirbt, auch der zweiten Bezugsperson beraubt werden. Und das ist eine echte Grausamkeit. Und im Übrigen ist es eine Diskriminierung, keine rechtliche Gleichstellung über Ehe zu haben. Andere Länder schaffen das auch.

>>> Zum Protokoll des gesamten Chats

  • Eva Glawischnig im Chat von derStandard.at
    foto: derstandard.at/mueller
    Eva Glawischnig im Chat von derStandard.at
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