Auf der Jagd nach der Optionsprämie

10. März 2007, 08:00
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Mit dem Zertifikat auf den "Alpha Strategies Fund" können Anleger an einer sehr erfolgreichen Strategie partizipieren - von Christian Scheid

„Swiss Alpha“ – wer diese beiden Worte ließt, denkt zunächst an eine klassische marktneutrale Strategie, die den Schweizer Aktienmarkt betrifft. Doch dies ist bei diesem Zertifikat nicht der Fall. Denn mit dem eidgenössischen Aktienmarkt hat der Neuling nichts zu tun. Vielmehr ist lediglich der Firmensitz der Swiss Alpha GmbH in der Alpenrepublik. Diese Gesellschaft wurde 2003 von ehemaligen Bank-Mitarbeitern gegründet. Seit dieser Zeit entwickelten die Gründer eine Strategie, die – losgelöst von der Marktentwicklung – ordentliche Renditen bringen soll. Dies geschieht in erster Linie über Terminmarkt-Investments. Dazu werden Optionen auf den EURO STOXX 50 verkauft – und zwar in beide Richtungen, sowohl Calls als auch Puts.

Die Initiatoren setzen also mittels einer klassischen „Schreib-Strategie“ auf den wertlosen Verfall der Optionen und wollen so die Prämie regelmäßig vereinnahmen. Um eine möglichst hohe Chance auf die Prämie zu haben, werden entsprechend weit entfernte Basispreise („aus dem Geld“) und möglichst kurze Restlaufzeiten mittels eines quantitativen Auswahlverfahrens gewählt. Da beide Richtungen genutzt werden, ist der Ansatz zunächst marktneutral. Sollte eine Option „ans Geld“ laufen, also der Basispreis erreicht werden, greift ein Sicherungssystem. Dann wird die Option verkauft. Der erlöste Restwert der Option wird dann sofort reinvestiert. Sollte der Markt heftigen Turbulenzen ausgesetzt sein, sichert „Swiss Alpha“ das Portfolio über Nacht mittels Future-Kontrakten auf den S&P 500 ab. Dieser Teil der Strategie macht mindestens 80 Prozent des Portfolios aus. Der Rest kann in ein „Managed-Futures-Modell“ fließen. Allerdings werden hier nur kurzfristige Spekulationen durchgeführt. Am Ende eines jeden Handelstages werden alle Positionen geschlossen, ein „Über-Nacht-Risiko“ besteht nicht.

Die historische Performance von „Swiss Alpha“ kann sich sehen lassen. Von Januar 2003 bis Dezember 2006 erzielten die Manager eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 36 Prozent. Allerdings wurden diese ausgezeichneten Werte nicht in einem klassischen Hedgefund erzielt, sondern bis Oktober 2006 lediglich auf „Managed Accounts“, also auf Konten, die von „Swiss Alpha“ verwaltet wurden. Der entsprechende „Alpha Strategies Fund“ wurde erst im Oktober 2006 aufgelegt. Dieser bildet die Grundlage für das Zertifikat, welches seit Anfang Februar am Markt ist (ISIN DE 000 A0L JD2 3). Anleger müssen hierfür eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,75 Prozent zahlen. Zusätzlich ist natürlich noch die Gebühr des Hedgefunds fällig. Diese beträgt zwei Prozent p.a. zuzüglich einer 20prozentigen Gewinnbeteiligung bei neuen Höchstständen. Der Spread erreicht enorm hohe fünf Prozent. Hier geht Nomura ganz auf „Nummer sicher“, da der Fund nur wöchentlich handelbar ist, das Zertifikat aber täglich zurückgegeben werden kann.

Fazit: Die historische Performance, die jeweils nach Kosten (aber ohne Spread) berechnet wurde, ist beeindruckend. Wer sich an der gewaltigen, aber in diesem Bereich durchaus üblichen Kostenflut nicht stört, der kann das Hedgefund-Zertifikat langfristig beimischen.

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